Zunächst steigt der DAX auf ein Halbjahreshoch, doch die gute Laune hält nicht an. Das sich hinziehende Griechen-Drama irritiert die Anleger, Gewinne werden mitgenommen.
Angesichts der Hängepartie zwischen Griechenland und seinen Gläubigern ließen Anleger am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch Vorsicht walten. Der DAX beendete den Handel knapp behauptet bei 6748 Punkten. Zwischenzeitlich hatte der deutsche Leitindex mit 6829 Zählern den höchsten Stand seit mehr als einem halben Jahr erreicht, ehe die Anleger gegen Handelsende Gewinne mitnahmen. Der Euro markierte mit 1,3290 Dollar zwischenzeitlich ein Acht-Wochen-Hoch, fiel aber auf 1,3270 zurück.
Die Chefs der drei griechischen Koalitionsparteien hatten erneut über die von der Europäischen Union (EU) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geforderte Verschärfung des Spar- und Reform-Kurses beraten. Stimmt die Übergangsregierung den Forderungen nicht zu, könnte die Troika aus EU, IWF und EZB den Geldhahn zudrehen - Griechenland wäre pleite. Vielen Anlegern jagt das inzwischen jedoch keinen allzu großen Schrecken mehr ein. "Das negativste Szenario wie eine geordnete Insolvenz Griechenlands ist bereits eingepreist. Auch ein Austritt aus der Euro-Zone würde die Lage nicht mehr verschlimmern", sagte Heino Ruland von Ruland Research.
Der EuroStoxx50 verlor 0,05 Prozent auf 2512 Zähler. Auch die Börsen in Madrid und Paris beendeten den Handel kaum verändert. An der Wall Street lag der US-Standardwerteindex Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,3 Prozent im Minus.
Gesprächsthema auf dem Börsenparkett war erneut eine mögliche Beteiligung der Europäischen Zentralbank (EZB) an einem Schuldenschnitt Griechenlands. Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr durch mehrere mit den Gesprächen und Überlegungen vertrauten Personen, dass der EZB-Rat sich weiterhin nicht einig sei, wie sich die Notenbank an einem Schuldenschnitt beteiligen könne. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" berichtet, die EZB sei bereit, auf einen Teil ihrer Forderungen zu verzichten und den Griechen so entgegen zu kommen. Das hatte am Aktienmarkt für Auftrieb gesorgt.
Davon profitierten vor allem die Finanzwerte. Der Branchenindex stieg zeitweise um 1,9 Prozent auf ein Sechs-Monats-Hoch von 159,21 Punkten und notierte am Abend noch 0,56 Prozent fester. Im DAX schossen die Aktien der Commerzbank 7,6 Prozent in die Höhe. Papiere der Deutschen Bank gewannen 1,5 Prozent.
Im MDAX gingen die Aktien von Gerresheimer auf Talfahrt. Die Anleger zeigten sich enttäuscht vom Ausblick des Spezialverpackungsherstellers. Das Margenziel von 19,5 Prozent liege mehr als einen vollen Punkt unter der Markterwartung, schrieb DZ Bank-Analyst Michael Bissinger. Die Aktien fielen um 8,9 Prozent.
Auch Fielmann-Papiere verloren Interessenten: Sie bauten ihre Verluste um 3,5 Prozent aus. Die Optikerkette hatte am Dienstag für 2011 ein langsameres Gewinnwachstum bekanntgegeben. Unter dem Strich habe Fielmann die Erwartungen verfehlt, schrieb WestLB-Analyst Thomas Effler. Er stufte die Aktien von "Add" herunter auf "Neutral".
Weit oben auf den Einkaufszetteln vieler Anleger standen erneut Centrotherm-Aktien. Die Papiere des Solaranlagenbauers bauten ihren 4,1-prozentigen Gewinn vom Vortag aus und stiegen im TecDAX um 6,2 Prozent auf 13,53 Euro. Centrotherm hat einen Auftrag aus Saudi-Arabien an Land gezogen. "Da nutzen einige die Gelegenheit und springen noch auf den fahrenden Zug auf", sagte ein Händler.
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
Kursverluste, Ärger mit Behörden und der Nasdaq: Das Börsenparkett ist zu glatt für Facebook. Die Internetstars aus Kalifornien sehen am Aktienmarkt aus wie Anfänger. Damit es Ihnen nicht so geht: Testen Sie Ihr Börsenwissen.
Bei einem Verlust von 30 Prozent - wie stark müsste der Aktienkurs steigen, damit Sie wieder beim Anfangsniveau angelangt sind?
Seit der Erstnotiz ging der Kurs der Facebook-Aktie Tag für Tag nach unten. Erstmals erzielt das Papier nun einen Tagesgewinn. Neue Daten zum Streubesitz der Aktie lassen aber nichts Gutes vermuten. mehr
Am Abend treffen sich die EU-Staats- und -Regierungschefs, um über Konjunktur und Eurobonds zu beraten. Davor zeigt sich: Die Anleger flüchten in die Sicherheit Deutschlands. Die Kurse deutscher Staatsanleihen steigen auf Rekordwerte. mehr
Dass ein Unternehmen wie Facebook aus einem Börsengang finanziell das Maximale herausholen will, ist verständlich. Doch die Investmentbanker von Morgan Stanley hätten Mark Zuckerberg bremsen müssen. Sie machten gleich mehrere Fehler. mehr
Das Börsendebüt von Facebook beschert nicht nur den Aktionären hohe Verluste. Auch deutsche Derivateanleger können mit dem Investment bislang nicht zufrieden sein. mehr
Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.
Der Börsenbetreiber NYSE versucht, Facebook von der Nasdaq wegzulocken. Dabei sind die Qualitätsunterschiede zwischen den Rivalen minimal. Ein Vergleich mehr
Nicht nur die USA selbst, auch die Banken des Landes glänzen nicht mehr mit bester Bonität. Sollten Moody's oder S&P den Daumen senken, würde das Milliarden kosten. Die Investmentbank Morgan Stanley hat schon mal vorsorglich ermittelt, wie viele. mehr
Mit einem riesigen Fonds will Tokio neue Techniken unterstützen. Über eine Investitionskapazität von rund 18,6 Mrd. Euro verfügt INCJ. Doch das Geld kommt nicht nur kleinen Firmen zugute, sondern auch Großkonzernen mit nennenswertem Eigenkapital. mehr
Die Lage der US-Banken bessert sich: Im ersten Quartal steigen die Gewinne auf Vorkrisenniveau. Die Schuldenkrise in Europa tangiert die Branche kaum. mehr
Sie bieten Fahrspaß und Werterhalt: Youngtimer werden als Anlageobjekte immer beliebter. Am besten laufen derzeit Sondermodelle und Cabrios mit starker Motorisierung - und der Citroën 2CV, die Ente. mehr
In beinahe jedem Mietvertrag steht, dass die Renovierung Sache des Mieters ist. Viele dieser Klauseln hat der Bundesgerichtshof jedoch zuletzt gekippt - und damit Millionen von Mietern das Streichen erspart. FTD-Online erklärt die Rechtslage mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!