Der US-Stellenaufbau geht fast doppelt so stark voran wie erwartet. Obwohl in der Griechen-Krise kein Durchbruch zu erwarten war, nutzten die Anleger die gute Stimmung und kauften munter Finanztitel.
Der DAX geht mit einem Plus von 1,7 Prozent ins Wochenende, nachdem er zeitweise auf ein Sechs-Monats-Hoch von 6767,46 Zählern gestiegen war. Der EuroStoxx50 gewann 1,4 Prozent. An der Wall Street lag der US-Standardwerteindex Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 1,2 Prozent im Plus. Die beiden Rohöl-Sorten WTI und Brent verteuerten sich jeweils um rund 0,5 Prozent auf 96,86 beziehungsweise 112,88 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Bund-Future, der die Wertentwicklung der zehnjährigen Bundesanleihe widerspiegelt, fiel im Gegenzug um 87 Ticks auf 138,21 Stellen. Der Goldpreis ging um 1,1 Prozent auf 1739,26 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) zurück.
Für Feierlaune unter europäischen Anlegern hatten die unerwartet guten US-Arbeitsmarktdaten gesorgt. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der US-Landwirtschaft stieg den Angaben zufolge im Januar um 243.000. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Plus von 150.000 gerechnet. Außerdem wurden die Werte für den Beschäftigungsaufbau im November und Dezember 2011 teilweise deutlich nach oben korrigiert.
"Die Zahlen sind phänomenal", sagte Aktienhändler Manoj Ladwa von ETX Capital. Die starken Dezember-Zahlen seien offenbar keine Eintagsfliege gewesen. "Die weltgrößte Volkswirtschaft ist auf einem guten Weg. Als Folge davon werden die Konsumausgaben sicher steigen und das verbessert auch die Aussichten für den Aktienmarkt." Der Konsum ist die Hauptstütze der US-Konjunktur, er trägt mindestens zwei Drittel zur Wirtschaftsleistung bei.
Der Stellenaufbau zeige, dass die US-Wirtschaft wieder genese, sagte Brian Dolan, Marktstratege bei Forex.com. Gleichzeitig sinke damit die Wahrscheinlichkeit auf ein drittes Anleihe-Ankaufprogramm (QE3) der US-Notenbank Fed. "Das ist auch der Grund, warum der Euro zunächst gestiegen ist, aber nun wieder abbröckelt. Die Möglichkeit von QE3 wird wohl ins zweite Halbjahr verschoben." Die europäische Gemeinschaftswährung verbilligte sich auf 1,3108 Dollar, nachdem sie unmittelbar nach Veröffentlichung der Zahlen auf 1,3183 Dollar gestiegen war.
Zu den gefragtesten Werten gehörten europaweit die Finanztitel. So legte der Bankenindex 2,4 Prozent zu. Societe Generale, Unicredit und BNP Paribas lagen mit Kursgewinnen zwischen 3,2 und 7,3 Prozent an der Spitze des EuroStoxx50. Commerzbank gewannen 0,9 Prozent. Aktien der Deutschen Bank hinkten mit einem Plus von 0,4 Prozent hinterher. Hier wirkten die enttäuschenden Geschäftszahlen nach, sagten Börsianer.
Neben den starken US-Daten profitierten die Banken von der anhaltenden Hoffnung auf eine baldige Einigung bei den Gesprächen um einen Schuldenschnitt bei Griechenland. Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker schüttete am Nachmittag aber etwas Wasser in den Wein. Das für Montag erwartete Sondertreffen der Euro-Gruppe zu Griechenland komme nicht zustande. Eine Zusammenkunft im Laufe der Woche sei aber möglich.
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