Europa am vergangenen Freitag, den 14. Oktober: Die Ratingagentur Fitch droht den sieben größten Investmentbanken der Welt, darunter auch der Deutschen Bank, mit einer Herabstufung: Die Kapitaldecken seien zu dünn, die Schwierigkeiten, an Kapital zu kommen, hingegen groß. Am Abend zuvor hatte Fitch zudem bereits Spanien sowie Italien wegen ungewisser Wachstumsaussichten herabgestuft.
Drei Ratingagenturen, drei Nachrichten aus den vergangenen gut drei Wochen, die für sich genommen für einen veritablen Crash hätten sorgen können und schon gesorgt haben. Doch an den Märkten scheren sich Anleger nur noch kurz über derlei Nachrichten: Es läuft eine Emanzipation von den Urteilen, die ohnehin seit einer Weile harsch kritisiert werden - mal als zu weich und mal als zu hart und somit krisenverschärfend.
Obwohl es zuletzt schlechte Nachrichten der Ratingagenturen für die Eurozone regelrecht gehagelt hat, konnte der Euro seit Anfang Oktober deutlich auf zuletzt wieder 1,37 Dollar zulegen. Der Risikoaufschlag spanischer zehnjähriger Staatsanleihen über ihre deutschen Pendants hat sich nach der Fitch-Herabstufung am Freitag nicht etwa ausgedehnt, sondern verengt - zwar nur um fünf Basispunkte, aber immerhin.