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Merken   Drucken   11.08.2012, 11:00 Schriftgröße: AAA

Boom der Bio-Marken: Amerikaner lernen Bio lieben

In den USA werden Bioprodukte und andere hochpreisige Lebensmittel immer beliebter. Das macht den Kauf der Aktien von Ökosupermärkten zum lohnenden Investment.
© Bild: 2012 Reuters/REBECCA COOK
In den USA werden Bioprodukte und andere hochpreisige Lebensmittel immer beliebter. Das macht den Kauf der Aktien von Ökosupermärkten zum lohnenden Investment.
von Egmond Haidt

Bio boomt - sowohl an den amerikanischen Supermarktkassen als auch an der Börse. Für Anleger tut sich da so manche Investmentchance in den USA auf. Das zeigen besonders die Zahlen der größten Handelskette Whole Foods Market , die nach der Vorlage der Ergebnisse zum dritten Mal im laufenden Jahr den Ausblick erhöht hat. Die Aktie besticht seit Jahren durch eine saubere Performance. Im dritten Quartal der Berichtsperiode 2011/12, das am 1. Juli endete, hat der Konzern den Erlös um 14 Prozent auf 2,7 Mrd. Dollar (2,2 Mrd. Euro) gesteigert. Whole Foods vertreibt Lebensmittel und andere Produkte, die keine künstlichen Zusätze enthalten. Bereinigt um die Eröffnung neuer Läden steht ein Plus von 8,2 Prozent zu Buche. "In einem Umfeld, das für viele Einzelhändler schwierig ist, läuft unser Geschäft gut", sagt Co-Vorstandschef Walter Robb.

Robb will zugunsten von Preissenkungen die Marge ein wenig drücken, um noch mehr Kunden zu gewinnen. Er erhöht die Wachstumsprognose für den Umsatz im Gesamtjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 15,6 bis 15,8 Prozent. Der Gewinn je Aktie soll um rund 30 Prozent vorankommen. Im laufenden Quartal werden fünf weitere Läden eröffnet, womit die Gesamtzahl auf 335 steigt. Langfristig sieht er Potenzial für 1000 Filialen auf dem Heimatmarkt. Das florierende Geschäft stimmt Robb zuversichtlich. Für die Fiskalperiode 2012/13 erwartet der Manager ein Erlösplus auf dem Niveau des laufenden Jahres. Dabei sollen bis zu 32 Läden eröffnet werden. Beim Gewinn je Aktie peilt Robb einen Zuwachs um 16 bis 17 Prozent an. Obwohl die Aktie nicht billig ist, sollte sie weiter klettern.

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Der Hauptlieferant von Bioprodukten für Whole Foods ist United Natural Foods. Der Branchenprimus in den USA und Kanada vertreibt auch Feinkost sowie Delikatessen und erwirtschaftet eine operative Marge von rund 3,5 Prozent. Er profitiert davon, dass die Märkte für Bioprodukte mit sieben Prozent und jene für Feinkost und Delikatessen mit 11,4 Prozent viel schneller wachsen als die Lebensmittelbranche insgesamt. Wegen der starken Geschäftsentwicklung hat United Natural die Erlösprognose für das Geschäftsjahr 2011/12, das im Juli endete, leicht auf 5,18 bis 5,22 Mrd. Dollar erhöht. Das stellt ein Plus von 14,3 bis 15,3 Prozent dar. Der Gewinn je Aktie soll ähnlich stark zulegen.

Der Konzern erweitert seine Kundenbasis. Beispielsweise beliefert er seit Oktober 2011 die Einzelhandelsfirma Safeway. Der Deal macht vier Prozent der Gesamterlöse aus. Zudem macht das Unternehmen mit seinen gut 60.000 Produkten mehr Geschäfte mit bestehenden Kunden. Der Drei-Jahres-Plan, der in der Fiskalperiode 2012/13 endet, sieht ein jährliches Umsatzplus von zehn bis 15 Prozent und einen Anstieg des operativen Gewinns von zehn bis zu 19 Prozent vor. Das Papier dürfte weiter im Gleichschritt mit dem von Whole Foods nach oben marschieren.

Auf einem rasanten Wachstumskurs befindet sich auch Fresh Market. Die Supermarktkette hat sich auf frische, hochpreisige Lebensmittel spezialisiert und bietet von Fleisch über Fisch bis zu Backwaren und Delikatessen alles an, was das Herz begehrt. Im ersten Quartal der Berichtsperiode 2011, das im April endete, wuchs der Erlös um 22,8 Prozent auf 324,8 Mio. Dollar. Bereinigt um die Eröffnung neuer Läden erreichte der Zuwachs 8,2 Prozent. Die operative Marge kletterte auf 9,6 Prozent.

Nachdem die Analysten von Cleveland Research Ende Juli schrieben, dass die Erlöse des vergangenen Geschäftsquartals wohl die Erwartungen der Analysten übertreffen werden, kletterte das Papier auf neue Rekordmarken.

Zu den Lieblingen der Investoren zählt Panera Bread. Zumal Vorstandschef Bill Moreton zuletzt die Prognose erhöht hat. Die Bäckereikette hat gemeinsam mit Franchisenehmern im vergangenen Quartal 33 Filialen eröffnet, wodurch die Gesamtzahl auf 1591 stieg. Der Erlös kam um 18 Prozent auf 530,6 Mio. Dollar voran. Firmenchef Moreton hat trotz steigender Rohstoffkosten die Marge verbessert, weil die Preise um drei Prozent erhöht wurden und Kunden verstärkt bei teureren Produkten zugriffen. Der Gewinn je Aktie sprang um 27 Prozent nach oben. "Das war das neunte der vergangenen zehn Quartale, in dem das Plus die Marke von 20 Prozent übertroffen hat", sagte Moreton. Im Gesamtjahr will er 115 bis 120 Filialen eröffnen und darüber hinaus weiter in neue Produkte und in die Werbung investieren.

Branchenprimus in den USA ist die mexikanische Kette Grupo Bimbo. Den Spitzenplatz hat sie 2011 durch den Kauf des nordamerikanischen Bäckereigeschäfts Sara Lee erklommen. Das sorgte für einen Umsatzschub um mehr als 50 Prozent. Im ersten Halbjahr steuerte das US-Geschäft rund 45 Prozent der Konzernerlöse von umgerechnet 5 Mrd. Euro bei.


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