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  FTD-Serie: Die Ursprünge der Finanzkrise

Sie begann bei einem kalifornischen Hypothekenanbieter und hat inzwischen Märkte in aller Welt erfasst: Die Subprime-Krise um schlecht besicherte US-Immobilienkredite betrifft längst auch andere Branchen. Unter den Opfern sind zunehmend deutsche Unternehmen.

Merken   Drucken   22.01.2008, 12:26 Schriftgröße: AAA

Das Kapital: Crash wider alle Modelle  

Wenn Ihnen heute jemand mit dem Fed-Modell kommt, verklagen Sie ihn oder sie. Ginge es nach dem Aktien-Renten-Vergleich, der in diesem Modell zum Ausdruck kommt und von den Aktienbullen seit Jahren wie ein Mantra nachgebetet wird, hätte das Blutbad an den Aktienmärkten am Montag nicht stattfinden dürfen.
Im Gegenteil: Statt auf den niedrigsten Stand seit Ende 2005 zurückzufallen, müsste der Stoxx 600 dem Modell gemäß einen Rekord nach dem anderen erklimmen.
Klammern wir - wie es auch den japanischen Anlegern über die vergangenen anderthalb Dekaden geraten war - den Anleihenvergleich also geflissentlich aus, wenn wir nun einmal den Versuch einer Aktienbewertung unternehmen. Ein ganz einfacher Ansatz ist zunächst das Verhältnis der Aktienkurse zum nominalen BIP, da die Kurse sich langfristig ja an der Wirtschaftsleistung orientieren sollten. Würden sie das nicht tun, müsste entweder die Bewertung ständig zu-/abnehmen, oder die Gewinne müssten ständig schneller steigen/fallen als das Volkseinkommen; beides kann sowohl theoretisch als auch empirisch eher ausgeschlossen werden. In Deutschland beispielsweise lag das Verhältnis des MSCI Kursindex zum nominalen BIP selbst am Montag noch um rund die Hälfe über dem Durchschnitt seit 1970. Um im Einklang mit dem langfristigen Mittel zu notieren, müssten deutsche Aktien also um ein Drittel fallen.

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