Was bewegt Märkte? Harte Fakten - und die Psychologie der Anleger. Charttechnisch orientierte Investoren glauben, aus Kursbewegungen der Vergangenheit Aussagen für die Zukunft ableiten zu können. Viele Fundamentalisten sehen es pragmatisch: Wenn Charttechniker bestimmte Marken benennen, muss ich sie wenigstens kennen. In dieser Serie beleuchten wir börsentäglich die Situation im Dax.
Der Deutsche Aktienindex (DAX ) ist unter den massiven Haltebereich bei 7240/60 Punkten gefallen. Sowohl die seit Juni bestehende Aufwärtstrendgerade, als auch die 55-Tage-Linie wurden dadurch unterschritten. Gleichzeitig fielen die Kurse auch unter eine horizontale Haltezone. Dass in diesem Bereich keine Nachfrage mehr existiert, ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass derzeit mehr Verkäufer als Käufer am Markt aktiv sind.
Das Risiko eines weiteren Absturzes ist nach einem solchen Verkaufssignal relativ hoch. Der nächste Zielbereich liegt nun an der 7100er-Marke. Hier zeigt sich im Tageschart eine weitere Haltezone. Aus der übergeordneten Perspektive wirkt die aktuelle Korrekturphase des DAX auch weit weniger dramatisch. Und letztendlich ist sie das bislang auch nicht, der maximale Einbruch beträgt bisher vom Hoch (7478) zum Tief (7120) der laufenden Konsolidierung weniger als fünf Prozent.
Wenn der Markt sich bei 7100 Punkten stabilisieren kann, wäre das somit immer noch als ein frühes Ende der Korrektur zu werten. Selbst ein Einbruch bis an die nächstfolgende Haltezone bei 6800/6900 Zählern, die sich aus der 200-Tage-Linie und einer waagerechten Chartmarke zusammen setzt, wäre immer noch als normaler Rückschlag im übergeordneten Aufwärtstrend einzustufen.
Nach oben ist vorläufig allerdings nicht mit großen Sprüngen zu rechnen. Dazu müssen die Nachwirkungen des frischen Verkaufssignals erst abklingen. Im günstigen Fall ist eine schnelle Wiederholungsprüfung des Widerstands bei 7400 bis 7480 Zählern möglich. Läuft es weniger gut, was zumindest für die nächsten Tage wahrscheinlich ist, sind die aktuell bei 7260 bis 7280 Punkten verlaufenden, zu Analysebeginn angesprochenen Chartmarken vorläufig unüberwindbar.