Was bewegt Märkte? Harte Fakten - und die Psychologie der Anleger. Charttechnisch orientierte Investoren glauben, aus Kursbewegungen der Vergangenheit Aussagen für die Zukunft ableiten zu können. Viele Fundamentalisten sehen es pragmatisch: Wenn Charttechniker bestimmte Marken benennen, muss ich sie wenigstens kennen. In dieser Serie beleuchten wir börsentäglich die Situation im Dax.
An der momentan bei etwa 6650/60 Punkten verlaufenden Aufwärtstrendgeraden, die sich bis Anfang Juni im Kurzfristchart zurück verfolgen lässt, endete der Vortrieb des Deutschen Aktienindex (DAX ) vorübergehend. Die oberhalb des DAX verlaufende und mit rund 75 Punkten wöchentlich steigende Trendlinie stellt derzeit das nächste Orientierungskursziel dar.
Beschleunigen sich die Käufe noch weiter, könnte auch die 6850er-Marke ein Thema werden. Dort zeigt sich im Kursbild noch eine schwache Widerstandszone, bevor der Weg bis mindestens an das Jahreshoch bei 7194 Zählern aus charttechnischer Sicht frei ist. Gegen einen Durchmarsch der Kurse bis in dieses Areal spricht der leicht überkaufte Markt, der zwar noch etwas Spielraum hat aber vermutlich schon vor dem Ziel in eine stärkere Überhitzungsphase übergehen wird. Noch sind nur der auf Tagesbasis errechnete geglättete Stochastik-Oszillator und der prozentuale Abstand zur 21-Tage-Linie leicht im oberen Extrembereich. Eine jetzt oder später einsetzende Atempause ist angesichts dessen weder überraschend noch schädlich für die grundsätzlich positive Tendenz.
Erst wenn der DAX wieder deutlich unter 6250 Punkte zurück fällt, trübt sich das Gesamtbild wieder ein. Davor existieren bei 6450, 6380 und 6300/6320 Punkten allerdings schon mehrere Stabilisierungsmöglichkeiten. Diese leiten sich aus gleitenden Durchschnitten der vergangenen 21, 55 und 200 Tage sowie ehemaligen Abwärtstrendlinien und horizontalen Widerständen ab, die nun einen Rollentausch hin zur Unterstützung vollziehen könnten.