Viele Wertpapiere werden abseits etablierter Handelsplätze wie der Frankfurter Börse gehandelt
Die Mifid-Richtlinie (Markets in Financial Instruments Directive) wurde am 1. November 2007 eingeführt, um den Wettbewerb unter den Handelsplätzen anzukurbeln. Die Monopolstellung von
Deutscher Börse ,
NYSE Euronext und
London Stock Exchange wurde tatsächlich geknackt. Alternative Handelsplattformen wie Chi-X und Bats machen den etablierten Börsen Konkurrenz. Laut Zahlen der Europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA gibt es inzwischen 138 solcher Handelsplattformen, genannt Multilateral Trading Facilities (MTF).
Mit der Zahl der Anbieter nahm aber auch der Handel in Dark Pools zu. Sie haben für institiutionelle Investoren den Vorteil, dass sie Aktien in enormer Stückzahl handeln können, ohne dass andere es merken. So lässt sich zum Beispiel vermeiden, dass der Kurs beim Verkauf eines großen Aktienpakets einbricht.
Anders als traditionelle Börsen bieten viele der neuen Handelsplattformen neben einem offenen Orderbuch, in dem die Kauf- und Verkaufsangebote für alle Marktteilnehmer sichtbar sind, auch ein "dunkles" Orderbuch an. Ein Beispiel dafür ist Chi-X Delta. Unter diesem Titel bietet Chi-X Investoren seit Mai 2009 die Möglichkeit, Orders ohne Preisgrenze und Stückzahl der Aktien abzugeben. Diese Aufträge werden dann zu dem Preis abgewickelt, der sich aus dem Mittelwert zwischen Einkaufs- und Verkaufspreisen an einer Börse ergeben, an der die fragliche Aktie notiert ist. Die Ordergrößen und die Preise, zu denen die Geschäfte abgewickelt wurden, werden erst nachträglich von den Handelsplattformen veröffentlicht.