Fußgänger vor dem Gebäude der Bank of Japan in Tokio
Die japanische Wirtschaft schrumpfte im zurückliegenden Quartal um 0,6 Prozent. Sie leidet unter dem starken
Yen : Im vergangenen Jahr kletterte die Devise gegenüber dem
Euro um 8,9 Prozent. Als einzige bedeutende Handelswährung legte der Yen auch gegenüber dem Dollar kontinuierlich zu, bis Ende 2011 um insgesamt 5,5 Prozent.
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Die Aufwertung erschwert den Absatz japanischer Waren auf dem Weltmarkt und ist deshalb Gift für exportorientierte Unternehmen wie
Toyota oder
Sony . Hinzu kam, dass Überschwemmungen in Thailand die Produktion in Fabriken und Zulieferbetrieben mehrerer japanischer Konzerne lahmlegte.
Dass der Yen trotz dieser widrigen Umstände weiter zulegte, hängt mit der Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Wirtschaft zusammen: Unter den sieben großen Industriestaaten (G7) ist Japan neben Deutschland seit Jahren das einzige Land mit einem Leistungsbilanzüberschuss. Im Lichte der zuletzt deutlich besseren Konjunkturdaten aus den USA könnte sich das Blatt allerdings wenden, seit Jahresbeginn verlor der Yen gegenüber dem Dollar 1,5 Prozent an Wert.
Die starke Währung trägt dazu bei, dass die Preise in Japan sinken. Denn sie drückt die Importkosten der Unternehmen. Während andere Länder gerade in Asien mit hohen Teuerungsraten kämpfen, leidet Japan unter einer Deflation: In Erwartung eines weiteren Preisrückgangs halten sich die Verbraucher mit großen Anschaffungen zurück.
Inflationsziel von einem Prozent
Die Bank of Japan kündigte deshalb am Dienstag an, ihre Geldpolitik solange zu lockern, bis die Inflationsrate auf ein Prozent steige. Im Dezember lagen die Verbraucherpreise 0,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Der Leitzins liegt seit Oktober 2010 zwischen 0 und 0,1 Prozent. Bei diesem klassischen geldpolitischen Mittel hat die Bank of Japan also keinerlei Spielraum mehr.