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Merken   Drucken   20.02.2012, 11:22 Schriftgröße: AAA

Devisenreserven: "Griechenland ist keine Bedrohung für die Welt"

EZB-Direktor Jörg Asmussen ist beim Gezerre um die Griechen-Hilfen meist mittendrin. Im FTD-Gespräch redet er über die nötige Höhe von Brandmauern, Mitspracherecht von Schwellenländern und das Risiko zu hoher Devisenreserven.
© Bild: 2012 FTD/Tim Wegner
Exklusiv EZB-Direktor Jörg Asmussen ist beim Gezerre um die Griechen-Hilfen meist mittendrin. Im FTD-Gespräch redet er über die nötige Höhe von Brandmauern, Mitspracherecht von Schwellenländern und das Risiko zu hoher Devisenreserven. von Wolfgang Proissl  Frankfurt
FTD Herr Asmussen, Griechenland überschattet wieder ein Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, dieses Mal am Wochenende in Mexiko-Stadt. Was sagen Chinesen, Amerikaner oder Brasilianer dazu, dass die Euro-Zone noch keine Lösung gefunden hat?
Jörg Asmussen Die G20-Partner verstehen nicht immer, warum ein Land solche Auswirkung auf uns alle hat, obwohl seine Wirtschaftsleistung nur 2,5 Prozent der Euro-Wirtschaftsleistung entspricht. Sie verstehen auch nicht, warum das nicht schneller geht. Wir müssen immer wieder erklären, dass EU und Euro-Zone einzigartige Gebilde mit komplexen Entscheidungswegen sind. Einen Fortschritt konnten wir jetzt zumindest beim Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM erreichen, der im Sommer seine Arbeit aufnehmen kann: Dort müssen künftig nicht alle Entscheidungen einstimmig gefasst werden, sondern eine Mehrheit von 85 Prozent kann in bestimmten Fällen ausreichen.
Verlangen die Geldgeber den Griechen zu viel ab?

 

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FTD Keiner sagt den Europäern: Jetzt kommt endlich mal zu Potte?
Asmussen Griechenland ist zum Glück keine Bedrohung für die Weltwirtschaft. Dennoch erwarten die anderen Länder eine Lösung. Aber bis zum G20-Treffen Ende der Woche werden wir ein deutliches Stück weiter sein.
FTD Fasst die Gruppe der Euro-Finanzminister am Montagabend Beschlüsse, die weiterführen?
Asmussen Bis dahin können alle Bedingungen erfüllt sein, damit die Euro-Gruppe Beschlüsse zum zweiten Griechenland-Programm fassen kann. Die Griechen müssen sehen, dass das Programm in ihrem Interesse und nicht von außen aufgezwungen ist. Sonst hat das keinen Erfolg. In Irland sieht man, dass es so funktionieren kann.
FTD Können die G20-Staaten bei Griechenland direkt eine Rolle spielen?
Asmussen Sie spielen eine entscheidende Rolle, weil in den G20 die wichtigsten Staaten vertreten sind, die auf den IWF Einfluss haben.
FTD Der Internationale Währungsfonds finanziert ein Drittel der milliardenschweren Notprogramme in Griechenland, Irland und Portugal. Sind die anderen G20-Staaten weiter bereit, so viel Geld zur Rettung der Europäer auszugeben?
Asmussen Noch gibt es vom IWF keine Finanzzusage für Griechenland. Wir Europäer erwarten aber, dass er sich wieder zu einem Drittel beteiligt.
FTD IWF-Chefin Christine Lagarde hat aber angedeutet, dass der Anteil des Fonds kleiner werden könnte.

Teil 2: "Über das hinausgehen, was schon ist"

  • FTD.de, 20.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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