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Merken   Drucken   01.12.2008, 22:56 Schriftgröße: AAA

Die Ereignisse vom 1. Dezember: Bernanke prophezeit düstere Zeiten

Kurssturz an der Wall Street: Sowohl S&P 500 als auch Nasdaq Composite fallen um fast neun Prozent. Und die Aussichten für die US-Wirtschaft sind weiter düster, sagt Fed-Chef Ben Bernanke. FTD.de protokolliert die Ereignisse der Finanzkrise.

22.19 Die US-Börsen beginnen die Woche mit einem Crash: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schließt 7,7 Prozent im Minus bei 8147 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index und der Nasdaq Composite geben um jeweils 8,9 Prozent nach.

22.08 US-Notenbankchef Ben Bernanke sagte bei einer Rede vor der texanischen Handelskammer in Austin, der Raum für weitere Zinssenkungen sei eingeschränkt. Die Fed hatte die Leitzinsen aufgrund der Finanzmarktkrise und der drohenden Rezession zuletzt auf 1,0 Prozent gesenkt. Die US-Wirtschaft werde sicherlich noch für einige Zeit schwach sein, fügte Bernanke hinzu. Die US-Notenbank habe auch weniger konventionelle Mittel zur Verfügung als weitere Zinssenkungen. Denkbar sei, dass die Notenbank direkt "beträchtliche Mengen" an Schulden und Wertpapieren der halbstaatlichen Hypothekenfinanzierer aufkaufe.

21.34 Vor allem die Aussicht auf ein schlechtes Weihnachtsgeschäft verdarb den Anlegern nach den Kursgewinnen der letzten Woche die Kauflaune. Zudem drückten schlechte Nachrichten aus Asien und der Euro-Zone auf die Stimmung: Den Unternehmen in diesen Regionen brechen Umfragen zufolge im Rekordtempo die Aufträge weg. In New York führten die Titel von Finanz- und Handelskonzernen die Verliererliste an. Der Dow-Jones-Index sank um bis zu 518 Punkte auf 8310 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel um 5,5 Prozent auf 846 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 5,8 Prozent auf 1446 Punkte.

21.16 Die US-Wirtschaft steckt offiziellen Angaben zufolge bereits seit einem ganzen Jahr in der Rezession. Wie das zuständige "National Bureau of Economic Research" (NBER) am Montag mitteilte, ging im Dezember 2007 ein rund sechsjähriger Aufschwung der weltgrößten Volkswirtschaft zu Ende. Das NBER ist in den USA dafür zuständig, eine Rezession festzustellen.

19.05 Die Lufthansa lässt wegen der schwachen Nachfrage Teile ihrer Flotte am Boden. "Wir werden Flugzeuge parken müssen", kündigte Bereichsvorstand Karl Ulrich Garnadt in der Mitarbeiterzeitschrift "Lufthanseat" an. Dies betreffe sowohl kleine Maschinen mit hohen Stückkosten als auch große wenig rentable Flugzeuge. Vier Langstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A300-600 seien bereits geparkt. Dazu sollen voraussichtlich weitere drei A340-300 kommen, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Montag. Wann dies geschehe, sei noch nicht entschieden.

18.55 Die EU-Kommission greift die Debatte über die umstrittenen Hedge Fonds auf. Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy will noch in dieser Woche ein Papier zu der Frage vorlegen, ob die in Deutschland als Heuschrecken verschrienen Investoren besser kontrolliert werden sollten. Geklärt werden müsse unter anderem, wer Hedge Fonds beaufsichtigen sollte, sagte McCreevy am Montag vor dem Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments: "Die Finanzaufsicht? Zentralbanken? Beide?"

Der Ölpreis fiel unter die 50-Dollar-Marke   Der Ölpreis fiel unter die 50-Dollar-Marke

18.01 Der Ölpreis ist unter 50 $ gerutscht. Mit 49,52 $ kostete das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI zeitweise neun Prozent weniger als am Freitagabend. Im November war der Ölpreis schon 47,40 $ auf den tiefsten Stand seit dreieinhalb Jahren gerutscht. Ein Fass Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich sogar um 9,6 Prozent auf 48,33 $. Händler machten neben der Opec-Entscheidung vom Wochenende, vorerst an den Fördermengen festzuhalten, den Kurseinbruch an der Wall Street verantwortlich. Der Dow-Jones-Index verlor gut vier Prozent.

17.57 Nach Gewinnmitnahmen und negativen Impulsen aus den USA hat der deutsche Aktienmarkt sehr schwach geschlossen. Er gab damit einen Teil der deutlichen Gewinne aus der Vorwoche wieder ab. Beim Dax  standen zu Handelsende Verluste von 5,88 Prozent auf 4394,79 Zähler zu Buche. Der MDax  verlor 4,91 Prozent auf 5092,60 Punkte, und für den TecDax  ging es um 6,00 Prozent auf 467,45 Zähler nach unten.

17.08 Die Börsen in Frankfurt und New York rutschen immer tiefer: Gut eine halbe Stunde vor Handelsende verzeichnet der Dax  ein Minus von 6,2 Prozent und steht bei 4381 Punkten. In New York liegt der Dow Jones  mehr als 400 Punkte oder 4,7 Prozent im Minus bei 8419 Punkten.

Weiter: 16.32 Uhr bis 10.21 Uhr

  • FTD.de, 01.12.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland
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