Die Finanzkrise verändert die weltweite Bankenlandschaft rasant. Pleiten, Fusionen, Ausverkäufe - die Finanzwelt wird von einem Beben erschüttert, bei dem kaum ein Stein auf dem anderen bleibt.
Artikel-Sammlungen im Überblick:
22.18 Zunehmende Sorgen um ein Scheitern des Rettungspaketes für die amerikanische Autobranche haben die US-Börsen ins Minus gedrückt. Börsianer fürchten zudem eine deutliche Verschärfung der Wirtschaftskrise, falls die Hilfen scheitern sollten. Auf dem Markt lasteten zudem schlechte Konjunkturdaten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel um 2,2 Prozent auf 8565 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,8 Prozent auf 873 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 3,7 Prozent auf 1507 Punkte.
21.29 Die US-Behörden haben den Rückkauf von Auction Rate Securities (ARS) im Umfang von 30 Mrd. $ durch die Großbanken UBS und Citigroup genehmigt. Das Vorgehen ist Folge des bereits im August ausgehandelten Vergleichs mit der US-Börsenaufsicht SEC und den Aufsichtsbehörden mehrerer US-Bundesstaaten, mit dem die Banken der Anklage wegen Betrugs entgehen. Die UBS willigte damals in den Rückkauf von praktisch wertlosen ARS für 19,4 Mrd. $ sowie eine Buße von 150 Mio. $ ein. Den Banken war vorgeworfen worden, ARS noch als sicher angepriesen zu haben, als sie bereits von den Liquiditätsproblemen wussten. ARS sind langfristige Schuldverschreibungen von Gemeinden, Studentenkreditgebern und anderen Institutionen. Ihre Zinssätze werden in regelmäßigen Auktionen festgelegt. Das Volumen des ARS-Marktes wird auf 330 Mrd. $ geschätzt. Der ARS-Markt war im vergangenen Frühling zum Erliegen gekommen.
20.15 Die deutschen Aktien präsentiert sich im späten Handel uneinheitlich. Der L-Dax schloss bei 4761 Zählern. Zuvor hatte der Dax im elektronischen Handel bereits 0,78 Prozent auf 4767 Zähler eingebüßt. Sorgen um eine Verschiebung des Rettungspaketes für die angeschlagenen US-Autobauer bewegten die Märkte erneut. Der L-MDax ging mit 5312 Punkten aus dem Handel, nachdem er auf Xetra 1,7 Prozent auf 5303 Zähler verloren hatte. Der L-TecDax schloss mit 461 Punkten. Zuvor war der Technologiewerte- Index im elektronischen Handel um 3,4 Prozent auf 462 Zähler abgesackt.
19.38 Angesichts der anhaltenden Unsicherheit über das Rettungspaket für die US-Autoindustrie hat sich die Wall Street nur knapp behauptet. Der Dow Jones sank im Mittagshandel 0,1 Prozent auf 8749 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 verlor ebenfalls 0,1 Prozent auf 898 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,4 Prozent auf 1558 Punkte.
19.28 Bundesbank-Präsident Axel Weber hat vor dem Hintergrund weltweit fallender Leitzinsen vor einer zu lockeren Geldpolitik als Reaktion auf die Wirtschafts- und Finanzkrise gewarnt. "Wir sollten vorsichtig sein, wenn wir mit den Zinsen in von uns bislang noch nicht beschrittenes Territorium vordringen", sagte Weber der "Börsen-Zeitung". Die bisherige Untergrenze der Europäischen Zentralbank (EZB) lag bei zwei Prozent, wo der Leitzins von Mitte 2003 bis Ende 2005 stand. Unterhalb dieses Niveaus würden die Realzinsen negativ, begründete Weber, der auch Mitglied im EZB-Rat ist, seine Warnung.
18.13 Angesichts der anhaltenden Unsicherheit über das Rettungspaket für die US-Autoindustrie präsentiert sich die Wall Street uneinheitlich. Zwar hat das Repräsentantenhaus die Hilfen mit einem Volumen von bis zu 14 Mrd. $ abgesegnet, eine Zustimmung im Senat steht aber weiterhin auf der Kippe. Börsianer fürchten eine deutliche Vertiefung der Wirtschaftskrise, falls die Hilfen doch noch scheitern sollten. Auf dem Markt lasteten zudem schlechte Konjunkturdaten. Der Anstieg beim Ölpreis verhinderte jedoch Schlimmeres für die Börsenkurse. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg 0,2 Prozent auf 8778 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,2 Prozent auf 900 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank dagegen um 0,2 Prozent auf 1561 Punkte.
18.01 Zum ersten Mal seit zwölf Jahren ist Gold teurer als Platin. Das gelbe Edelmetall profitierte von dem schwachen Dollar und notierte mit 826,65 $ 2,1 Prozent höher als am Vortag. Platin, das unter anderem für den Bau von Katalysatoren gebraucht wird und deswegen besonders von der Krise in der Automobilbranche belastet wird, stieg um 0,5 Prozent auf 826,50 $ die Feinunze.
17.40 Der Dax geht zum ersten Mal in dieser Woche mit Verlusten aus dem Handel. Das Minus beträgt am Ende 0,8 Prozent auf 4767,2 Punkte. Am Montag hatte der Index noch mit plus 7,6 Prozent den fünftgrößten Gewinn seiner Geschichte eingefahren.
Größte Verlierer am Donnerstag war wieder einmal die Aktie des Dax-Abstiegskandidaten Infineon mit einem Minus von 10 Prozent auf 68 Cent. Im Handelsverlauf hatte das Papier mit plus zwei Prozent sogar die Dax-Gewinnerliste angeführt. Zweitgrößter Verlierer war Hypo Real mit minus 5,7 Prozent. K+S legte dagegen 4,7 Prozent zu.
Der Dow Jones notiert derweil weiterhin nur knapp mit rund 50 Punkten im Minus. Zwischenzeitlich war er sogar - trotz miserabler Arbeitsmarktdaten - ins Plus gedreht, hielt die Gewinne aber nicht.
16.04 Den USA droht nach Einschätzung von Experten der längste Abschwung seit dem zweiten Weltkrieg. In einer Reuters-Umfrage sagten mehr als 100 Ökonomen im Mittel vier Quartale mit schrumpfender Wirtschaftsleistung voraus. Eine solche Schwächephase hat die weltgrößte Volkswirtschaft seit Beginn der Statistik 1947 noch nicht erlebt. Die Experten erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach dem Sommer auch im Herbst-Quartal 2008 geschrumpft ist - und zwar um 4,3 Prozent aufs Jahr hochgerechnet. Im kommenden Jahr soll sich die Schwächephase dann mit einem Minus beim BIP von 2,6 im Winter und von 0,6 Prozent im Frühjahr fortsetzen.
15.33 Der US-Leitindex Dow Jones verbucht in den ersten Handelsminuten einen Verlust von 1,4 Prozent auf 8635 Zähler.
14.59 Der Kurs des Euro ist stark gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3215 (Mittwoch: 1,2925) $ fest. Der Dollar kostete 0,7567 (0,7737) Euro.
14.55 Das amerikanische Exportgeschäft ist im Oktober erneut geschrumpft. Die Unternehmen verkauften Waren und Dienstleistungen im Wert von 152 Mrd. $ ins Ausland. Das seien Prozent 2,2 weniger als im Vormonat, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Im September waren die Ausfuhren sogar um 6,4 Prozent eingebrochen. Wegen sinkender Energiepreise und der schwächeren Nachfrage infolge der Rezession schrumpften auch die Importe. Sie fielen um 1,3 Prozent auf 209 Mrd. $ zurück. Das Defizit in der Handelsbilanz - die Differenz zwischen Exporten und Importen - stieg überraschend deutlich auf 57 Mrd. $.
14.41 Die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen stärker an als erwartet und erreichten ein 26- Jahreshoch. 573.000 Menschen reichten ihre Anträge auf staatliche Hilfen ein, teilte das US-Handelsministerium mit.
14.34 Das Bundeskartellamt hat keine Einwände gegen die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank. Die Wettbewerbshüter gaben die Übernahmepläne einer Sprecherin zufolge frei. "Wir haben keine Auflagen verhängt", sagte sie. Die Übernahme schränke den Wettbewerb in der Banken-Branche nicht ein, sagte sie. Die Commerzbank kauft die Dresdner von der Allianz und will die Übernahme im Januar vollziehen.
13.39 Die Sparkassen werden nach Worten ihres Präsidenten Heinrich Haasis das Rettungspaket des Bundes nicht in Anspruch nehmen. "Die Sparkassen haben die staatlichen Hilfen bislang nicht nachgefragt und werden das auch in Zukunft nicht tun", sagte der Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Zwar litten die Institute teils auch unter den schwierigen Marktbedingungen. "Wir haben aber im Oktober ein so starkes Wachstum der Kundeneinlagen wie nie zuvor erlebt.
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