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Merken   Drucken   24.08.2012, 15:50 Schriftgröße: AAA

Edelmetall: Gold steht stürmischer Herbst bevor

Eine Eskalation der Schuldenkrise in der Euro-Zone dürfte das Interesse der Anleger an dem Edelmetall anheizen. Ob der Goldpreis noch einmal anzieht, hängt vor allem von der Geldpolitik der Notenbanken ab.
© Bild: 2011 Reuters/LISI NIESNER
Eine Eskalation der Schuldenkrise in der Euro-Zone dürfte das Interesse der Anleger an dem Edelmetall anheizen. Ob der Goldpreis noch einmal anzieht, hängt vor allem von der Geldpolitik der Notenbanken ab.

Dem Goldmarkt stehen unruhige Monate bevor. Sollte die Schuldenkrise in der Euro-Zone abermals eskalieren, dürften sich Anleger wieder verstärkt für das Edelmetall interessieren.

Experten meinen, dass Notenbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve (Fed) in den USA abermals die Geldschleusen öffnen könnten. In der Regel hilft eine lockere Geldpolitik dem Goldpreis . Denn zum einen zieht das niedrige Zinsen für lang laufende Staatsanleihen nach sich. Das macht Gold im Vergleich zu Festverzinslichen als sicher geltende Anlage attraktiver. Zum anderen erhöhen solche Aktionen die Liquidität, was auf längere Sicht die Inflation in die Höhe treiben könnte. Davon wiederum profitiert Gold, weil es als Absicherung gegen Preissteigerungen gilt.

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"Der Goldpreis steht kurz vor dem Ausbruch in höhere Gefilde", heißt es bei den Rohstoffexperten vom Bankhaus Metzler. "Die unsichere politische Gemengelage, gepaart mit einer merklichen Abschwächung der Weltkonjunktur bietet scheinbar einen guten Nährboden für das Edelmetall."

Seit fast drei Monaten dümpelt der Goldpreis in der Nähe der Marke von 1600 Dollar (1283 Euro) je Feinunze. Erst in den vergangenen Handelstagen regte er sich etwas und stieg bis auf 1640 Dollar. Eine Eskalation der Schuldenkrise könnte die Lage indes schnell ändern, erwartet auch Rohstoffexperte Thorsten Proettel von der Landesbank Baden-Württemberg. Die Angst vor einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone dürfte für neue Nervosität bei Anlegern sorgen.

Zuletzt hatte der Branchenverband World Gold Council Notenbanken als eifrige Käufer am Goldmarkt ausgemacht. Die Goldkäufe von Zentralbanken sind demnach im zweiten Quartal massiv angestiegen, von 96,7 Tonnen im ersten Quartal auf 157,5 Tonnen in den Monaten April bis Juni.

Mit George Soros und John Paulson haben zudem zwei der international bekanntesten Großanleger ihre Anteile am weltgrößten Goldfonds SPDR Gold Trust erhöht, nachdem sie lange Zeit die Finger von dem Edelmetall gelassen hatten. Soros Fund Management hat nach Daten der US-Börsenaufsicht per 30. Juni seine Anteile auf 884.400 mehr als verdoppelt, Paulson stockte um 26 Prozent auf 21,8 Millionen auf. Der Wert seiner Anteile: 3,4 Mrd. Dollar. Er nutzt Gold vor allem, um sich gegen Währungsrisiken abzusichern.

Allerdings ist die Erwartung einer weiterhin lockeren Geldpolitik nach Ansicht mancher Analysten auch das Einzige, was den Goldpreis noch stützen kann. "Wir sind der Meinung, dass bei Gold die Luft so gut wie raus ist", urteilte etwa RBS-Analyst Nikos Kavalis. Nach einer durch geldpolitischen Lockerungen ausgelösten Rally sehe er kaum weitere Impulse. "Ich weiß nicht, woher solche Mengen an Investitionen, wie wir sie in den Jahren 2009 und 2010 gesehen haben, herkommen sollen."

Immerhin sorgte EZB-Präsident Mario Draghi, zuletzt für etwas Bewegung . Seine erklärte Bereitschaft zum Kauf von Staatsanleihen angeschlagener Euro-Länder im Kampf gegen die Schuldenkrise brachte etwas Schwung in den Markt. Seit Draghis Ankündigung Anfang August ist der Goldpreis in der Spitze um fast 60 Dollar gestiegen. DPA, Reuters, FTD

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