Die Sorge um das hoch verschuldete Italien schickt die Aktienkurse der Banken auf Talfahrt. Die Titel von Unicredit werden erneut vom Handel ausgesetzt. Der Euro fällt zeitweise unter 1,39 Dollar.
Die Furcht vor einer Wiederholung der griechischen Tragödie in Italien hat die Märkte fest im Griff. Der Leitindex der Mailänder Börse fiel am Dienstagmorgen um fast fünf Prozent, angeführt von den Titeln der italienischen Banken. Die Aktien der Hypovereinsbank-Muttergesellschaft Unicredit wurden nach einem Kurssturz um sieben Prozent vorübergehend vom Handel ausgesetzt. Die Titel von Intesa Sanpaolo gaben um fast fünf Prozent nach. Der Euro fiel zeitweise um 1,3 Prozent unter die Marke von 1,39 Dollar.
Die italienischen Bankaktien befinden sich bereits seit Freitag im freien Fall. Hintergrund sind Befürchtungen, ein Streit zwischen Ministerpräsident Silvio Berlusconi und Finanzminister Giulio Tremonti werde die Regierung lähmen und den Abbau des gewaltigen Schuldenbergs behindern. Die Verbindlichkeiten Italiens belaufen sich auf fast 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), innerhalb der Euro-Zone ist das die zweithöchste Quote nach der griechischen. Italienische Banken sind die größten Gläubiger des Staates.
Aber auch ausländische Banken haben Milliarden an italienischen Staatsanleihen in ihren Bilanzen. Der Aktienkurs der Deutschen Bank fiel um 4,8 Prozent. Der Branchenprimus hielt gemeinsam mit der Tochter Postbank Ende 2010 italienische Staatsanleihen von 8 Mrd. Euro. Die Titel der Commerzbank, deren Forderungen auf den italienischen Staat sich sogar auf gut 9 Mrd. Euro belaufen, gaben um vier Prozent nach. Der DAX fiel um 2,8 Prozent und näherte sich der Marke von 7000 Zählern.
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