Allerdings liegt das Volumen der EZB-Käufe noch weit unter dem der US-Notenbank. Die Fed erwarb bisher im Zuge ihrer zwei großen Programme zum Aufkauf von US-Staatsanleihen (Quantitative Easing) Papiere im Wert von rund 1800 Mrd. Dollar. Mithilfe einer weiteren "Operation Twist" kündigte die Zentralbank an, kurzfristige Anleihen gegen langfristige zu tauschen. Das Volumen des Programms soll bis zu 400 Mrd. Dollar umfassen.
Die EZB begründet die Käufe mit der Stützung der Märkte. Mit den Erwerb der Staatsanleihen drückt das Geldinstitut die Zinskosten von Euro-Problemländern wie Italien und Spanien. Allerdings ist das Vorgehen stark umstritten. Vor allem Deutschland lehnt die Käufe der EZB entschieden ab. Auch der scheidende EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark warnte erneut vor den Inflationsgefahren einer fortgesetzten Staatenfinanzierung durch die Zentralbank.
"Wir wissen aus der Wirtschaftsgeschichte, dass es immer zu Katastrophen geführt hat, wenn eine Zentralbank in großem Stil Staaten finanziert hat", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Das endet in Inflation", nicht immer kurzfristig, aber mittel- bis langfristig, ergänzte er.
Gegenwärtig sei lediglich keine Inflation zu beobachten, weil die Banken das Geld in der Krise nur sehr verhalten als zusätzliche Kredite herausgäben. Das ändere sich aber, sobald die Wirtschaft wieder besser läuft. "Dann werden die Zentralbanken sehr schnell darauf reagieren müssen", sagte Stark. An den Finanzmärkten und von den schwächelnden Euro-Ländern wird stattdessen ein deutlich stärkeres Eingreifen gefordert.