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Wertpapiergeschäfte sind wieder in Mode, die Anleger zeigen sich vom Schock der Finanzkrise gut erholt. Überraschenderweise sind viele von ihnen sogar wieder an hoch spekulativen Investments interessiert. Wir nehmen dies zum Anlass für ein Online-Spezial, das die wichtigsten Anlageprinzipien vorstellt und erläutert.

Merken   Drucken   08.03.2011, 16:23 Schriftgröße: AAA

Europäische Aktienfonds: Londons gewiefte Weltklasse-Banker

Wo sitzen die Anbieter mit den erfolgreichsten Managern? In Frankfurt? In Paris? Nein, in der britischen Hauptstadt. Dort profitieren sie von Informationen aus erster Hand, internationalen Netzwerken und der City-Börse. Ein Ortstermin bei den Besten der Besten.
© Bild: 2010 reuters
Wo sitzen die Anbieter mit den erfolgreichsten Managern? In Frankfurt? In Paris? Nein, in der britischen Hauptstadt. Dort profitieren sie von Informationen aus erster Hand, internationalen Netzwerken und der City-Börse. Ein Ortstermin bei den Besten der Besten. von Elisabeth Atzler 
Ausnahmsweise hat Ann Steele diesmal keinen Durchblick. Sie hat ihre Lesebrille verloren. Und ihre Ersatzbrille, auf die Schnelle gekauft bei der Drogeriekette Boots, hilft wenig, "nicht viel mehr als eine Lupe". Wenn es darum geht, einen scharfen Blick auf europäische Aktien zu werfen, kann die Fondsmanagerin auch ohne Brille: Ihr Fonds namens Threadneedle Pan European Fund zählt zu den besten europäischen Aktienprodukten.
Steele ist um die 50 (genaue Altersangaben machen die Briten ungern: politisch nicht korrekt), kurze graue Haare, dunkelblauer Hosenanzug. Die Botschaft: eine, die es nicht nötig hat, großes Aufheben um sich zu machen. Ihren Besuch empfängt sie in einem kleinen schmucklosen Konferenzraum in der Threadneedle-Zentrale in der St Mary Axe, einer schmalen Straße mitten im Londoner Finanzviertel. Auch der Firmensitz ist unauffällig, so ganz anders als der Swiss-Re-Tower (die "Gurke") gegenüber.
Ann Steele und Dan Ison: Die Teamworker   Ann Steele und Dan Ison: Die Teamworker
"Wir wollen den Markt schlagen. Dafür werden wir bezahlt, nicht einfach fürs Geldmanagen." Ann Steele sagt solche Sätze mit der gleichen Unaufgeregtheit, mit der sie eben noch "So schlimm ist das Wetter hier doch nicht" gesagt hat. Es regnet in Strömen. Seit fast 30 Jahren ist sie im Geschäft, war bei allen namhaften Investmenthäusern. Ihre Strategie: Nicht den üblichen Kategorien "Value" oder "Growth" folgen. Steele legt relativ frei an, guckt wenig auf den Vergleichsindex. Ihre Anlageideen diskutiert sie allenfalls mit den 120 Threadneedle-Leuten, jeden Morgen um neun, wo es dann auch um Bankenregulierung, Schwellenländer oder einzelne Industriebranchen geht. "Wettervorhersage" nennt Steele das.
"Risiken einzugehen ist unser Job"
"Risiken einzugehen ist unser Job." Steeles Kollege Dan Ison kommt ebenfalls unaufgeregt daher. Er managt unter anderem den Pan European Equities, nicht minder erfolgreich. Ison ist Ende 30, keine Krawatte, wirre Haare, lässig-souverän witzelt er, dass er kein Deutsch kann, trotz der drei Jahre Einzelunterricht in seiner Zeit bei einem deutschen Fonds. Kompetenzshow sieht anders aus.
Ann Who? Dan Who? Die Namen Steele und Ison sagen wohl kaum einem Anleger was, eher denkt man an Klaus Kaldemorgen. Aber Steele und Ison gehören zu den erfolgreichsten Fondsmanagern in Europa. Und wer die schärfsten Konkurrenten der beiden in Frankfurt, Paris oder Mailand vermutet, der irrt. Die sitzen ebenfalls in London. Ausgerechnet hier, in der britischen Hauptstadt, auf der Insel, abseits vom Kontinent, den die Briten "Europe" nennen, was dann immer so klingt, als sei das ganz weit weg.

Teil 2: Die meisten Deutschen sind Mittelmaß

Gefunden bei: capital.de

  • capital.de, 08.03.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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