Das maue Aktienjahr 2011 hat den Millionären in Deutschland und den Alpenländern die Lust auf die Papiere verdorben. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Liechtensteiner Investmenthaus Valluga am 8. Juni veröffentlicht. Demnach haben 82 Prozent der Millionäre, die in Deutschland, der Schweiz oder Österreich beheimatet sind, den Anteil ihrer Aktieninvestments im vergangenen Jahr reduziert. "Während sich die Millionäre 2010 hauptsächlich von der Anlageform Anleihe verabschiedeten, wurden im Jahr 2011 wegen des Börsencrashs vor allem Aktien abverkauft", heißt es in der Studie.
Zwar machen Aktien mit einem durchschnittlichen Anteil von 31 Prozent noch immer den größten Posten in der Vermögensplanung der Millionäre aus. Allerdings verlieren sie im Vergleich zu anderen Investments an Boden. Hingegen erfreuen sich Sachwerte wie Gold und Immobilien immer größerer Beliebtheit. Laut den Zahlen von Valluga machte der Anteil des Edelmetalls 2009 noch im Schnitt rund zwei Prozent eines Millionärsportfolios aus, im vergangenen Jahr stieg der Anteil auf immerhin vier Prozent. Bei Wohneigentum ist der Anteil im gleichen Zeitraum von 14 auf 16 Prozent gestiegen.
Die Studienautoren prognostizieren, dass sich die Verteilung der Vermögenswerte auch in den kommenden Jahre eher zugunsten der Investments verschieben wird, die einen Werterhalt versprechen. Das hat ihrer Ansicht nach zwei Gründe. "Einerseits ist das Vertrauen in Finanzprodukte wie Aktien und Anleihen drastisch gesunken", schreiben sie. Andererseits fürchten Millionäre zunehmend auch eine erhöhte Inflation. Auch wenn deren Wert in den untersuchten Ländern derzeit noch nicht beunruhigend hoch ist, hätten vermögende Privatpersonen trotzdem ebenso viel Angst vor einer schleichenden Geldentwertung wie der Normalbürger - und vielleicht sogar noch mehr, denn: "Bei Luxusgütern kann ein noch höherer Preisanstieg von fünf Prozent festgestellt werden."
Valluga erforscht seit mehr als zehn Jahren die Vermögensentwicklung bei Millionären im deutschsprachigen Raum. Dem aktuellen Bericht zufolge besitzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt rund eine Million Menschen je mindestens 1 Mio. Euro Vermögen. Die Millionäre verfügen gemeinsam über 2834 Mrd. Euro. Das sind rund 15 Mrd. Euro weniger als im letzten Jahr - ein Rückgang, den die Studienautoren angesichts der sich zuspitzenden Schuldenkrise in Europa allerdings noch für vergleichsweise moderat halten.