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25.05.2008, 20:28
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Fondsumfrage:
Krisenfolgen bedrohen Börsenrally
Fondsmanager schlagen Alarm: Die jüngste Aktienrally zeige, dass der Markt die negativen Folgen der Finanzkrise unterschätzt. Die Großinvestoren geben sich in der aktuellen Fondsumfrage skeptisch.
von Mark Böschen
Aktienanleger unterschätzen die negativen Folgen der Finanzkrise. Das sagt die Mehrheit der Großinvestoren, die an der vierteljährlichen Fondsumfrage der Financial Times Deutschland teilgenommen haben. Fast zwei Drittel der Befragten sind der Auffassung, die negativen Krisenfolgen würden unterschätzt, ein Viertel hält sie für angemessen bewertet. Kaum ein Großinvestor ist der Ansicht, die Auswirkungen der Turbulenzen würden an der Börse überschätzt.
Am gesamten Finanzmarkt klaffen aktuell die Meinungen über die Schwere der Krise auseinander: Aktieninvestoren sind deutlich optimistischer als der Anleihemarkt. Fondsmanager gehen davon aus, dass die Börse falsch liegt und dass die Kurse demnach zu hoch sind. Sie geben den pessimistischen Bondexperten recht.
Kursinformationen und Charts
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DAX
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6315,89 |
[30.14] |
+0,48% |
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Stoxx 50
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2278,43 |
[26.81] |
+1,19% |
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"Bei Unternehmensanleihen ist der Zinsaufschlag mehr als adäquat. Das Gleiche gilt für das niedrige Renditeniveau bei US-Treasuries", sagt Klaus Wiener, Geschäftsführer und Chefvolkswirt bei Generali Investments. "Im Gegensatz hierzu reflektieren Aktien die realwirtschaftlichen Folgen der Krise noch nicht angemessen. Mit fallenden Konzerngewinnen wird der Druck auf Dividendentitel steigen." Zu den Mahnern gehören auch die US-Fondsgesellschaften Pioneer und JP Morgan Asset Management, der schottische Anbieter Aberdeen Asset Management, die britische Baring Asset Management und das Spitzeninstitut der Sparkassen Deka-Bank. Die zehn Teilnehmer verwalten zusammen 1800 Mrd. Euro Anlegergeld.
Die Fondsmanager erwarten mehrheitlich, dass der
Dax bis Jahresende unter dem Strich stagniert: Sie sehen den Index in sechs Monaten im Durchschnitt bei 7042 Punkten, also leicht über dem Schlusskurs vom Freitag. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass es zwischenzeitliche Kursausschläge gibt.
Brancheneinschätzung mit Schwerpunkt Europa
"Der Risikoappetit der Anleger schwankt stark. Das wird in den kommenden Monaten so weitergehen", sagt Sarah Arkle, die bei der britischen Fondsgesellschaft Threadneedle für die Anlagestrategie zuständig ist. Als wichtigsten Faktor für ihre Strategie nennt sie "die anhaltende Kreditklemme und die dadurch verursachte Verlangsamung des Wachstums in den westlichen Volkswirtschaften". Auf die Frage nach neuen Trends nennt die Deka-Bank "Risikoaversion". Und die österreichische Raiffeisen Capital Management erkennt einen Trend zu sicherheitsorientierten Anlageprodukten. Auch die Fondstochter der US-Großbank JP Morgan berichtet, dass sich Kunden sicheren und liquiden Anlageklassen zuwenden - ein Zeichen von Skepsis.
Erwartung an die Märkte
Europas Aktienmarkt ist in der Anlegergunst stark zurückgefallen: Der Anteil an positiven Einschätzungen hat sich seit Februar von 50 auf 25 Prozent halbiert. So hat Pioneer europäische Aktien von "Übergewichten" auf "Neutral" herabgestuft. "Wir sehen Wachstumsrisiken für die europäische Wirtschaft", teilte der Anbieter mit und verweist auf das Fehlen von Zinssenkungen und den gestiegenen Euro, der die Geschäftserwartung belaste. "US-Aktien dürften dagegen von Zins- und Steuersenkungen profitieren", erwartet Pioneer.
Die Fondsgesellschaften investieren durchschnittlich 51 Prozent des Kapitals in Aktien sowie 40 Prozent in Anleihen. Das übrige Geld halten die Investoren in bar oder in alternativen Anlagen. Im Vergleich zum Februar sind die Umfrageteilnehmer bei der Portfoliostrategie optimistischer geworden: Vor drei Monaten lag der Aktienanteil nur bei 41 Prozent. Der Anteil von Bar- und alternativen Anlagen betrug sogar 13 Prozent.
Teil 2: Branchen und Märkte im Überblick
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Aus der FTD vom 26.05.2008
© 2008 Financial Times Deutschland,
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