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Merken   Drucken   13.11.2008, 11:00 Schriftgröße: AAA

Geldanlage: Sicheres für schwierige Zeiten

Kaum eine Anlageklasse scheint noch sicher, wenn ganzen Staaten der Bankrott droht. Experten empfehlen dennoch Staatsanleihen - aber nur von bester Qualität. von Gerd Hübner
Die Industrieländer gehen schweren Zeiten entgegen. Die drohende Rezession ist kaum abwendbar. Im dritten Quartal ging die Industrieproduktion in Amerika auf das Jahr hochgerechnet um sechs Prozent zurück, die Umsätze im Einzelhandel brachen um vier Prozent ein. Carsten Klude, Chefökonom von M.M. Warburg, geht davon aus, dass die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal ins Minus gerutscht sein dürfte.
Auch die Hoffnung auf eine Abkoppelung anderer Volkswirtschaften hat sich zerschlagen. Hierzulande befindet sich der ifo-Geschäftsklimaindex auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der achtziger Jahre. Noch düsterer als in Deutschland sind die Aussichten in einigen anderen europäischen Ländern wie Italien oder Großbritannien.
Selbst die Schwellenländer sind nicht immun. China oder Indien werden zwar in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum aufweisen, doch auf deutlich niedrigerem Niveau als in den vergangenen Jahren.
Welche Anleihen sind am besten geeignet?
Dass die Notenbanken die Zinsen senken werden, steht deshalb außer Frage. So betonte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet jüngst die geringer gewordenen Preisrisiken und stellte weitere Zinssenkungen in Aussicht. Rentenfondsmanagerin Isolde Lindorfer-Kubu vom Institut für Quantitatives Asset Management (IQAM) in Wien rechnet damit, dass nach den jüngsten Leitzinssenkungen durch die EZB noch weitere folgen werden.
Keith Wade, Chefvolkswirt der Investmentbank Schroders geht gar davon aus, dass die Zinsen in 2009 auf den tiefsten Stand seit Generationen fallen werden. Ein Umfeld also, in dem die Beimischung von Anleihen eine gute Idee zu sein scheint. Denn sinken die Zinsen, dann verbuchen sie Kursgewinne.
Doch welche Anleihen sind dafür derzeit am besten geeignet? Welche sind überhaupt noch sicher, in Zeiten, in denen Staaten wie Island, Ungarn, die Ukraine, Pakistan und viele andere mit massiven Kapitalabflüssen und zum Teil gar einem drohenden Staatsbankrott zu kämpfen haben?
Verschuldung steigt auf Rekordniveau
Dies gilt umso mehr, da die Verschuldung vieler westlicher Industrieländer in Folge der Finanzkrise massiv ansteigen dürfte. Für Amerika zum Beispiel rechnet Klude damit, dass sich die Verschuldung auf 75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausweiten wird. "Dies ist der höchste Stand seit dem zweiten Weltkrieg", sagt er. In einigen Ländern Europas, zum Beispiel in Italien, liegt diese Relation schon jetzt deutlich darüber.
Doch das Risiko eines Zahlungsausfalls oder auch nur von Zahlungsschwierigkeiten halten die meisten Experten zumindest für Amerika und den Euroraum für gering. "Es ist zwar denkbar, dass es zu Herabstufungen der Kreditwürdigkeit von Staatsschuldnern aus dem Euroraum kommt, wahrscheinlich aber ist es nicht", sagt Lindorfer-Kubu.
Das beurteilt Klude ähnlich. "Nach dem derzeitigen Stand der Dinge besteht keine Gefahr einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit der Länder der Eurozone", sagt er, "und selbst in den Vereinigten Staaten ist bei einer Staatsverschuldung von 75 Prozent des BIP die Höchstnote für Kreditwürdigkeit, das AAA-Rating, noch nicht in Gefahr."
Doch sollten Anleger auch Wechselkursrisiken bedenken. Denn die Kursausschläge an den Devisenmärkten sind derzeit erheblich. Wer Währungsrisiken meiden möchte, für den bleiben europäische Staatsanleihen erste Wahl.

Teil 2: Wertentwicklungen der Fonds schwanken stark

  • FTD.de, 13.11.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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