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01.12.2008, 13:55
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Geldanlage:
Über die Krise hinaus denken
Während immer neue schlechte Nachrichten die Märkte nach unten treiben, suchen Anleger nach Orientierung. Ein Überblick über die wichtigsten Anlageklassen.
von Jochen Hägele
"Cash is King" - nicht einmal mehr dieses altbekannte Krisenmotto gilt seit der Pleite der isländischen Kaupthing-Bank mehr ohne Einschränkungen. Kaum eine Anlageklasse hält sich seit Jahresbeginn noch im positiven Bereich. Und nicht nur Aktien, Anleihen oder Immobilienpreise sind in der Abwärtsspirale gefangen.
Ganze Produktkategorien gerieten mit der Krise im Bankensektor in Misskredit - so steht die Zertifikatebranche nach der Lehman-Pleite sowie höherverzinste Geldmarktkonten nach Kaupthing unter Generalverdacht. Immer mehr Experten sprechen von einem strukturellen Umbruch an den Märkten. Daher sind Anleger auf der Suche nach langfristigen Konsequenzen aus den Turbulenzen.
Die ersten Symptome der US-Immobilienkrise ließen die Märkte noch weitgehend kalt: Rohstoffpreise und Aktienkurse stiegen zunächst noch weiter. Dann fiel die Korrektur aber drastisch aus. Der deutsche Dax brach seit Jahresbeginn um knapp 50 Prozent ein. Das Niveau sehen viele Experten derzeit nicht nur auf Rezessions-, sondern auf Panikpreisen angekommen.
Der Abbau der KreditpyramideDas Dax-Kursgewinnverhältnis ist von 14 auf elf - nach Konsensschätzung - gefallen. Selbst wenn die zugrunde liegenden Gewinnschätzungen noch vielen Experten als zu optimistisch gelten, scheint das als attraktives Niveau für langfristig orientierte Investoren.
Doch verschiedene Faktoren könnten die Märkte noch tiefer treiben. Etwa das Auftauchen weiterer Blasen, wie beispielsweise am US-Kreditkartenmarkt. Das Risiko dafür sehen Analysten als sehr hoch an. Daneben hält der Prozess des Deleveraging an: Komplexe Fremdkapitalstrukturen werden aufgelöst, da Fremdkapital zu teuer oder schlichtweg unerhältlich wird.
Der Abbau der Kreditpyramide führt zu Kursreaktionen an den Märkten, und ein Ende ist nicht absehbar. Daneben müssen auch Banken und andere Finanzinstitutionen Positionen am Aktienmarkt auflösen, um ihre Eigenkapitalquote zu stützen. Auch dieser Prozess des Forced Selling kann die Märkte noch weit tiefer treiben als gerechtfertigt erscheint. Insofern erscheinen die Aussagen vieler Fondsmanager "Einsteigen prinzipiell ja, aber der Tiefpunkt scheint noch nicht unbedingt erreicht" logisch.
Schwellenländer kämpfen mit VertrauensverlustEin Sonderkapitel stellen die lange Zeit sehr erfolgreichen Emerging Markets dar: Sie haben erst sehr spät auf die Krise reagiert, danach waren die Kursrückschläge aber weitaus deutlicher als bei den etablierten Märkten.
Hier lautet die Frage: Werden die Emerging Markets ihren rasanten Aufholprozess nachholen? Langfristig wohl ja, sagen die Experten. Doch kurzfristig scheint Risiko nicht auf der Agenda der Mehrheit der Anleger zu stehen.
Auch die Krisenwährung Nummer eins ließ ihre Anhänger in Stich: Gold gab seit März 2007 von 1003 auf zuletzt 750 $ je Feinunze nach. Ein Paradox, gilt das Edelmetall doch als Sicherheit in der Krise. Doch diesmal kam es anders. Gerade, als die Flucht aus Aktien im Gange war, flohen Anleger auch aus Gold.
Teil 2: Rentenmärkte locken mit günstigen Niveaus
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FTD.de, 01.12.2008
© 2008 Financial Times Deutschland,
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