Die Äußerungen Bernankes dokumentieren die ökonomische Ratlosigkeit von Politikern und Zentralbankern beiderseits des Atlantiks. Während die Europäer ihre Staatsschuldenkrise nicht in den Griff kriegen, kommt in den USA die Wirtschaft trotz billionenschwerer staatlicher Hilfsmaßnahmen nicht in Gang.
Erst Ende Juni war das jüngste Staatsanleihenkaufprogramm der Fed mit einem Volumen von 600 Mrd. Dollar ausgelaufen. Trotz dieser Intervention, die dazu diente, das Zinsniveau niedrig zu halten und damit Investitionen zu provozieren, war die US-Wirtschaft im zweiten Quartal wohl kaum gewachsen. Vorigen Freitag sorgten verheerende Zahlen vom amerikanischen Arbeitsmarkt dann erneut für Ernüchterung.
"Es besteht die Möglichkeit, dass sich die jüngste wirtschaftliche Schwäche als beständiger erweisen wird als angenommen", sagte Bernanke. Optimistische Ökonomen hegen gleichwohl weiter die Hoffnung, dass der Wirtschaftseinbruch im Frühjahrsquartal auf Sondereffekte wie das Japan-Beben zurückzuführen ist. Dieser Lesart zufolge springt die Konjunktur bald wieder an - eine weitere Fed-Spritze wäre verzichtbar.