Moody's begründete dies mit der höheren Wahrscheinlichkeit eines zweiten Hilfspakets. Der Ausblick für das Rating wurde bei "negativ" belassen. Irland ist damit das dritte Euro-Raum-Land nach Griechenland und Portugal, das in die "Ramsch"-Kategorie abrutscht.
Sandor Steverink, Europas bester Fondsmanager im Bereich Staatsanleihen, hatte diesen Schritt in der vergangenen Woche prognostiziert. Er will nun in irische Staatsanleihen investieren. Der Co-Leiter eines Teams bei Delta Lloyd hatte bereits die Herabstufung Portugals richtig vorhergesagt.
Moody's sieht nach eigenen Angaben auch Probleme in den Bemühungen, künftig private Gläubiger an Rettungspaketen zu beteiligen. Dadurch könnten die Refinanzierungskosten vor allem für schwächere Mitglieder der Euro-Zone steigen. "Dies ist ein Schlüsselfaktor in der fortlaufenden Beurteilung der Staatsanleihen der schuldengeplagten Euro-Zone durch Moody's", hieß es.
Bei Europäischer Kommission und irischem Finanzministerium sorgte die Entscheidung für Unverständnis. Die EU-Kommission bedauerte in einer Mitteilung das Vorgehen von Moody's. Irlands Abwicklungsbank (NTMA) betonte in einer Reaktion auf den Moody's-Schritt, bis Ende 2013 sei das Land ausreichend finanziert.
Deutschland stärkte der irischen Regierung demonstrativ den Rücken. In der Bundesregierung und in der EU gebe es großes Vertrauen zum Reformprogramm des Euro-Staates, sagte eine Sprecherin von Kanzlerin Angela Merkel. Zuletzt sei dies auf dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs der EU im Juni zum Ausdruck gebracht worden.