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Merken   Drucken   03.05.2011, 17:46 Schriftgröße: AAA

Hypothekenmarkt: USA verklagen Deutsche Bank

Wegen "waghalsiger Praktiken bei der Kreditvergabe" strengt die US-Regierung eine Zivilklage gegen das größte deutsche Institut an. Dem Geldhaus drohen Forderungen von mehr als 1 Mrd. Dollar. Die Aktie sackt ab.
Die USA verklagen die Deutsche Bank  wegen ihrer Geschäfte auf dem amerikanischen Immobilienmarkt. Das teilte das amerikanische Justizministerium am Dienstag mit. Es gehe dabei um möglichen Hypothekenbetrug und "Jahre von waghalsigen Praktiken bei der Kreditvergabe".
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Vor einem Bundesgericht in Manhattan wurde eine Zivilklage gegen Deutschlands größtes Geldhaus eingereicht. Die Anklage fordert Schadensersatz, der sich auf mehr als 1 Mrd. Dollar belaufen könnte. Die Deutsche-Bank-Aktie weitete nach Bekanntwerden der Nachricht ihre Verluste aus. Das Papier notierte zeitweise mehr als drei Prozent schwächer.
"Nach unserer Einschätzung entbehrt die Klage gegen MortgageIT und die Deutsche Bank jeder Grundlage. Wir werden uns mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Klage zur Wehr setzen", sagte ein Sprecher des Geldhauses. Die Staatsanwaltschaft kündigte für 19 Uhr deutscher Zeit eine Pressekonferenz an.
Konkret werfen die USA der Deutschen Bank und ihrer 2007 erworbenen Tochter MortgageIT Betrug im Zusammenhang mit einem Bundesprogramm vor, bei dem Hypotheken ausgesucht wurden, die dann vom US-Staat versichert wurden. Die Angeklagten hätten bei der Auswahl der Kredite keine Rücksicht darauf genommen, ob die Kreditnehmer die Ratenzahlungen leisten können, so der Vorwurf.
MortgageIT soll demnach zwischen 1999 und 2009 mehr als 39.000 Hypotheken mit einem Gesamtwert von mehr als 5000 Mrd. Dollar gutgeheißen haben, die dann von der Bundesbehörde Federal Housing Administration (FHA) versichert wurden. Damit stand der amerikanische Steuerzahler dafür gerade. Die Regierung wirft dem Untenehmen vor, vom Weiterverkauf der Hypotheken profitiert zu haben - während Tausende Eigenheimbesitzer in die Pleite getrieben wurden und ihre Häuser verloren. Mehr als 386 Mio. Dollar habe die Regierung als Folge auszahlen müssen, mehrere Hunderte Millionen Dollar drohten hinzuzukommen.
"Die Deutsche Bank und MortgageIT hatten starke finanzielle Anreize, dafür zu sorgen, dass so viele von der FHA versicherten Hypotheken enstanden wie möglich, die dann an Investoren weiterverkauft werden konnten", heißt es in der Klageschrift. "Im Gegensatz dazu hatten die Deutsche Bank und MortgageIT nur sehr schwache finanzielle Anreize, dafür zu sorgen, dass die Qualität der von der FHA versicherten Hyptheken sichergestellt war."
Neben der Deutschen Bank sind eine ganze Reihe anderer Institute wegen ihrer Aktivitäten auf dem US-Hypothekenmarkt in die Schusslinie geraten. Gegen etliche US-Institute wird im Zusammenhang mit mutmaßlich widerrechtlichen Zwangsräumungen ermittelt. Das Wall-Street-Haus Goldman Sachs  einigte sich im vergangenen Jahr gütlich mit der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) auf eine Zahlung von 550 Mio. Dollar. Die SEC hatte Goldman zuvor wegen Betrugs angeklagt. Der Vorwurf: Die Bank habe Investoren ein Finanzprodukt verkauft, dessen Entwicklung von der Entwicklung von Wertpapieren abhing, die mit Hypotheken besichert waren. Sie habe den Kunden aber verschwiegen, dass der Hedge-Fonds Paulson & Co, der die zugrundeliegenden Hypotheken mitauswählte, gleichzeitig gegen den Häusermarkt wettete.
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