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Merken   Drucken   13.02.2012, 10:44 Schriftgröße: AAA

Investition in griechische Anleihen: Kleinanleger zocken mit Athen

Kann Griechenland den Staatsbankrott noch abwehren? Deutsche Kleinanleger setzen darauf - und hoffen auf aberwitzige Renditen. Nicht nur Zocker, auch viele konservative Fondskunden schauen dieser Tage gebannt nach Athen.
© Bild: 2012 AFP/LOUISA GOULIAMAKI
Kann Griechenland den Staatsbankrott noch abwehren? Deutsche Kleinanleger setzen darauf - und hoffen auf aberwitzige Renditen. Nicht nur Zocker, auch viele konservative Fondskunden schauen dieser Tage gebannt nach Athen. von Frank Bremser  Frankfurt
Der Tag der Wahrheit kommt spätestens am 20. März - jedenfalls für viele deutsche Kleinanleger. Dann läuft eine griechische Anleihe im Volumen von 15 Mrd. Euro aus. Die entscheidende Frage lautet: Können die Griechen das Geld zurückzahlen, ja oder nein? Das Land selbst hat die Milliarden nicht, braucht also die Hilfe von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF). Und diese Unterstützung gibt es - zumindest offiziell - nur, wenn die Griechen Ernst machen mit ihrem Sparkurs und wenn es einen Deal zur Umschuldung gibt.
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Die Anleihen des Landes gelten schon seit Langem als Zockerpapiere. Die Kurse sind weit entfernt vom Nominalwert von 100. An der Börse Stuttgart, wo sich Kleinanleger besonders gern tummeln, stand die Anleihe, die am 20. März ausläuft, am Freitagabend nur bei rund 40. Das bedeutet: Wer - Gebühren und Zinskupon außen vor - 4020 Euro investiert, kann im März auf 10.000 Euro hoffen. Falls die griechische Regierung die Anleihe tatsächlich bedient. Ähnlich verlockend muten andere Athen-Bonds an: Eine Anleihe, die im September ausläuft, notiert um die 41, eine Mai-Anleihe bei knapp 33.
Aktuell gibt es verschiedene Optionen, was am 20. März passieren kann. Variante eins: Griechenland kann nicht zahlen und erklärt den Staatsbankrott. Das könnte einen Totalverlust für die Anleihegläubiger bedeuten. Variante zwei: Die Griechen bekommen das Geld von EU und IWF, es ist aber noch kein Schuldenschnitt vereinbart. Dann wird die Anleihe zu 100 Prozent ausgezahlt und eine neue begeben. Variante drei: Griechenland hat das Geld und hat sich gleichzeitig mit den privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt und einen Anleihetausch geeinigt.
Dann ergibt sich die Frage, wer bei dem Tausch mitmacht, ob er verpflichtend oder mehr oder weniger freiwillig ist. Kommt es zu einem verpflichtenden Tausch, wird die Anleihe mit dem vereinbarten Zinssatz berechnet und umgewechselt. Wenn der Tausch nicht für alle verpflichtend ist, könnten sich einige Anleger weigern und dürften die volle Summe zurückerhalten.

Teil 2: Nächste große Zockerparty in Sicht

  • FTD.de, 13.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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