Das Auf und Ab der Kurse am Aktien- und Bondmarkt endete vorerst mit Verlusten, was dafür sprechen könnte, dass pessimistische Anleger wenig Wirkung erwarten. Optimisten hoffen auf lange Sicht, dass die Milliarden so etwas wie eine sich selbst verstärkende Aufwärtsspirale in Gang setzen werden, weil das Vertrauen vieler Anleger in die Banken wieder wachsen werde. Denn in der Tat ist die Gefahr, dass die Institute den Unternehmen und Konsumenten den Kredithahn zudrehen, erheblich gesunken. Wie auch immer: Für ein Urteil, was für Wirkungen die Liquiditätsspritze in den nächsten Wochen entfalten werden, ist es zu früh.
Die 489 Mrd. Euro sind für ein Zeitraum von höchstens drei Jahren verliehen worden. Diese halbe Billion darf nicht mit dem ebenfalls gewaltigen Betrag verwechselt werden, den die Geldhäuser ohnehin schon bis vor wenigen Tagen der Zentralbank schuldeten. Anfang der Woche waren es mehr als 700 Mrd. Euro.
Die Bankhäuser hatten am Dienstag in Erwartung der großzügigen Geldspritze wöchentliche Kreditlinien über rund 120 Mrd. Euro nicht mehr verlängert. Zur Erinnerung: Vergangene Woche lag ihre Geldleihe bei der EZB mit einer Frist von sieben Tagen bei 292 Mrd. Euro. Am Dienstag waren es nur noch 169 Mrd. Euro. Das heißt: Die Institute haben gut 123 Mrd. "gerollt", wie Banker die Umverteilung gerne nennen.
Da die Institute sowieso schon wissen, dass sie für längere Zeit sich Woche für Woche Geld von der Notenbank leihen müssen, ersetzten sie also ein Teil der wöchentlichen Kreditsumme mit einem Dreijahresdarlehen. Dies ist ungefähr so, also wenn ein Privatkunde einen dreijährigen Kredit bei seiner Hausbank aufnimmt, weil er schon jetzt genau weiß, dass er in den nächsten drei Jahren niemals aus dem Dispo herauskommen wird.