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Merken   Drucken   14.02.2012, 10:51 Schriftgröße: AAA

Kapitalismus in der Krise: Dambisa Moyo - Afrikas wahre Kapitalisten

Trotz mancher Schreckensmeldung über Armut und Hunger boomt der Kontinent. Die Bevölkerung ist jung und konsumorientiert. Und seine Regierungen befolgen die Regeln des Marktes.
© Bild: 2012 DPA/dpa-Bildfunk/Chema Moya
Kommentar Trotz mancher Schreckensmeldung über Armut und Hunger boomt der Kontinent. Die Bevölkerung ist jung und konsumorientiert. Und seine Regierungen befolgen die Regeln des Marktes. von Dambisa Moyo
Dambisa Moyo ist Ökonomin aus Sambia und Autorin der Bücher "Dead Aid" und "Der Untergang des Westens"

Bummeln Sie mal durch die Innenstadt von Lagos: Da finden Sie neben belebten Einkaufszentren und jeder Menge afrikanischen Restaurants auch internationale Marken wie KFC und Wal-Mart. Die amerikanische Schnellimbisskette KFC  betreibt in Nigeria schon bald 20 Restaurants, und der US-Einzelhandelskonzern Wal-Mart  eröffnet dort demnächst zwei große Supermärkte.
Dambisa Moyo   Dambisa Moyo
Der Kapitalismus boomt in Afrika. Einige Beobachter verfolgen zwar mit Sorge die jüngste Gewaltwelle, die durch die Abschaffung von Kraftstoffsubventionen ausgelöst wurde. Aber die Wahrheit ist: Das moderne Nigeria ist stark genug, eine langwierige Krise zu vermeiden - und zwar aufgrund der wachsenden Stärke der afrikanischen Verbraucher. Vor zehn oder 20 Jahren hätten die voreiligen Subventionsstreichungen von Präsident Goodluck Jonathan das Land ins politische Chaos stürzen können. Aber 2012 wollen Nigerias Verbraucher ihre Lebensmittel einkaufen und sich wieder an die Arbeit machen. Für sie steht wirtschaftlich einfach zu viel auf dem Spiel. Und so ist das mittlerweile auf dem gesamten Kontinent.
Der Kapitalismus ...

 

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Nachdem Afrika zwischen Ende der 90er-Jahre und 2008 vom Rest der Welt isoliert war, holt der Kontinent still und heimlich auf. Die Politik wurde zu Recht für die jahrzehntelange Abschottung Afrikas kritisiert. So entstand eine Kultur der Ab- und Ausgrenzung. Dreh- und Angelpunkt war, dass die Entwicklungspolitik bei bestimmten Ländern wie China, Indien und Brasilien Handel, ausländische Direktinvestitionen, Kapitalmarktzugang und Ähnliches vorsah, während anderen (vor allem afrikanischen) Ländern eine hilfsbasierte Politik aufgedrückt wurde.
Diese Maßnahmen veranlassten den Volkswirt Paul Collier zu der Warnung, dass viele afrikanische Länder vom Rest der Welt "abgeschnitten" werden. Eine Folge dessen ist, dass Afrikas Anteil am Welthandel nur rund zwei Prozent ausmacht, obwohl auf dem Kontinent knapp eine Milliarde Menschen leben. Und von den weltweit rund 1120 Mrd. Dollar an ausländischen Direktinvestitionen im Jahr 2010 entfielen magere drei Prozent auf Schwarzafrika. Hier vollzieht sich jedoch ein dramatischer Wandel.
Der Großteil der Länder Afrikas muss kein enormes Verschuldungsproblem lösen. Das lässt die Volkswirtschaften Afrikas umso herausragender erscheinen. Jüngsten Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge wird Schwarzafrika 2012 um 5,5 Prozent wachsen, das sind fast vier Prozentpunkte mehr, als für die Volkswirtschaften der Industrienationen prognostiziert wird.

Teil 2: Versagen der Regierungen, kein Versagen des Kapitalismus

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Kommentare
  • 14.02.2012 14:25:50 Uhr   snippsel: Juhu

    Juhu, alles ist gut!

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