Spätestens der Ausbruch der Finanzkrise 2007 hat zu einem neuen Nachdenken über den Kapitalismus geführt. Die FTD will mit dieser Serie ihren Beitrag dazu leisten.
Teil 2: Immer weniger Wirtschaftsdarwinismus
P.S.:
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann halten Sie Tarifverträge und ähnliche Regeln, die die Arbeit unnötig verteuern, für marktwidrige Eingriffe. Bitte beantworten Sie mir die Fragen:
1. Wie groß muss die Senkung der Löhne und Gehälter sein, damit sich die Arbeit der "Arbeitgeber" wieder lohnt?
2. Flächendeckend, als Rechenbeispiel, schlage ich mal eine Senkung von 30 % vor. Es handelt sich ja um ein sozialistisches Unding, der zu hohe Lohn. Das Medianeinkommen von 3.600 € würde dann auf 2.300 € sinken. Welche Folge hätte das für den Konsum? Würden Sie dann, als wahrscheinlich Selbstständiger, diese 1.300 € Kaufkraftverlust kompensieren?
3. Wie erklären Sie und damit auch der Markt, dass nicht nur der Staat verschuldet ist, sondern auch die Privathaushalte, die Unternehmen, die Finanzwirtschaft? Betreiben jetzt Alle Sozialismus?
4. Wie erklärt der Markt die Tatsache, dass das OTC-Volumen des Finanzbereiches bei rund $ 60 Trillion liegt, das Weltwirtschaftsvolumen bei rund $ 74 Trillion (Zahlen stammen vom IWF). Wozu dienen eigentlich die $ 60 Trillion OTC-Volumen?
4. Wenn also Alles, was Sie als sozialistisches, unnötiges Gedöns halten, wobei Sie sich noch nicht geoutet haben, was Alles darunter fällt, abgeschafft ist, was passiert dann mit, z.B. den Massenherstellern aller mgl. Konsumprodukte? Wie schaffen es z. B. die Autohersteller ihre Absatzzahlen nicht nur nicht zu halten, sondern sogar zu steigern?