Spätestens der Ausbruch der Finanzkrise 2007 hat zu einem neuen Nachdenken über den Kapitalismus geführt. Die FTD will mit dieser Serie ihren Beitrag dazu leisten.
Teil 2: Besitzinformation ist Markt-DNA
Herr de Soto meint wahrscheinlich das Richtige, drückt dieses aber falsch aus (sofern hier kein Übersetzungsfehler vorliegt). Ginge es NUR um ein Informationssystem, wer, wo, was in der Gesellschaft hat oder macht, wären in einen planwirtschaftlichen System die Informationen wohl besser aufgehoben. Nein, der Begriff, den ich in fast allen medialen Publikationen vermisse ist der des Unterschiedes zwischen Besitz und Eigentum. Die Brillianz des westliche Kapitalismus besteht in der Bildung von möglichst vielen, also dezentralen Eigentumstiteln, die an einem Markt handelbar und somit bewertbar sind. Zum Schutz dieser Form der Eigentumsverteilung benötigen die in einer Marktwirtschaft agierenden Gesellschaften ein möglichst effektives und transparentes Informationssystem. Dass dieses Informationssystem scheinbar nicht mehr funktioniert, hat in erster Linie damit zu tun, dass die Bewertung, also die Werte, die Eigentumstitel darstellen, relativiert werden, durch die inflatinäre Produktion von Schuld- und Gläubigertiteln (zb.subprime Schuldurkunden aber auch diverse EURO Rettungsfonds). Der Umstand, dass wir immer noch nicht wissen was GELD eigentlich ist (vielleicht Aufgrund seiner vielseitigen Verkleidung), ist das primäre Defizit im Informationsystem.