Der Kapitalismus ...
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Antwort 1:
ist gut, wie er ist
16%
Antwort 2:
muss erneuert werden
47%
Antwort 3:
war noch nie gut
18%
Antwort 4:
wird sowieso untergehen
18%
6984 Stimmen
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Dies war von Anbeginn eine falsche Doktrin. Zwar scheiterte der"real existierende Sozialismus" katastrophal, wo immer er versucht wurde. Aber gleichzeitig lehrt uns die Geschichte, dass die Idee von einer sozialistischen Gesellschaft, die Gleichheit verspricht, niemals vergehen wird - egal, was empirische Beweise zeigen. Überdies gab es kaum ein Land auf der Welt, wo sich der Kapitalismus in einer Art und Weise etabliert hatte, die in jeder Hinsicht zufriedenstellend war. Der historische Determinismus stellte den absurdesten Aspekt in Fukuyamas Gedankenwelt dar. Kein liberal denkender Philosoph hätte sich die Idee zu eigen gemacht, Geschichte sei vorherbestimmt.
Seit Ende des Kalten Krieges geht der Wettstreit zwischen unterschiedlichen Wegen, die Gesellschaft zu organisieren, weiter. Der Sozialismus leidet immer noch unter dem verheerenden Schlag seines Zusammenbruchs in der Vergangenheit. Die Folge ist, dass er vornehmlich in Graswurzelbewegungen wie der Occupy-Bewegung sichtbar wird. Wie er erreicht werden könnte, bleibt vollkommen unklar - die Bewegung umfasst eine ganze Reihe von Thematiken mit einem beherrschenden Element: Kampf der Finanzindustrie.
Schaut man sich an, wie sich die Finanzmarktkrise entwickelt hat, ist die einzige Überraschung, dass es so lange gedauert hat, bis sich eine ernst zu nehmende Bewegung formiert hat. Die Krise hat den Gegnern des Finanzsystems starke Argumente geliefert. Eingriffe zur Abwendung eines Zusammenbruchs haben nicht nur das Vertrauen in die Finanzmärkte, sondern auch in die Marktwirtschaft als Ganzes ernsthaft unterminiert. Ist ein Finanzinstitut einmal so groß oder so stark vernetzt geworden, dass seine Insolvenz die Stabilität des Systems bedrohen würde, muss die Politik intervenieren. Durch das Problem des "too big to fail" wurde die Gesellschaft - genauer gesagt, der Steuerzahler - für das Überleben einzelner Finanzinstitute in Geiselhaft genommen.
Daraus folgt, dass das Fundament der freien Märkte erschüttert wurde. Eine Marktwirtschaft fußt auf dem Grundsatz, dass der Einzelne innerhalb der durch ein Rechtssystem festgelegten Grenzen Handlungsfreiheit hat. Der Einzelne wird ermutigt, Chancen auszunutzen und Risiken einzuschätzen. Kein anderes System kann die gleiche Menge Potenzial freisetzen, die dem Einzelnen innewohnen. Wie Hayek schon darlegte, der Markt ist der beste Entdeckungsprozess.