FTD.de » Finanzen » Aktien + Märkte » Tobias Bayer - Das neue Peak-Oil

Merken   Drucken   20.10.2009, 08:47 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Tobias Bayer - Das neue Peak-Oil  

Das Ende des Ölzeitalters steht bevor. Nicht weil uns der wichtigste Rohstoff der Weltwirtschaft ausgeht, sondern weil die Nachfrage wegbricht. von Tobias Bayer
Scheich Jamani ist ein Mann mit viel Erfahrung. Von 1962 bis 1986 war er Ölminister Saudi-Arabiens. Von ihm ist folgendes Zitat überliefert: "Die Steinzeit endete nicht, weil der Menschheit die Steine ausgingen. Und das Ölzeitalter wird lang geendet haben, bevor die Welt kein Öl mehr hat."
Leider interessiert das niemanden. In den Gazetten und auf den Märkten wird seit Jahren eine andere Geschichte erzählt: "Das Öl geht zur Neige. Es wird zu wenig investiert. Es fehlt an allem: an neuen Projekten, an Ölplattformen, Ölbohrern, Ölbohrerführern, Ölbohrerführerausbildern. Und wenn doch mal eine Quelle sprudelt, sind die Chinesen gleich zur Stelle." Et voilà: Der Ölpreis erklimmt Mitte Oktober in New York das Jahreshoch von knapp 80 $ pro Fass.
Peak-Oil, die These vom versiegenden Öl, geistert wieder durch die Köpfe. Alle Jahre wieder wird sie hervorgekramt. Und zwar immer dann, wenn der Preis rasant steigt. Sie ist ein Evergreen unter den Investoren, die sich sichere Gewinne versprechen. Fast genau 150 Jahre nachdem Edwin Drake in Titusville im US-Bundesstaat Pennsylvania das Ölzeitalter eröffnete, ist es höchste Zeit, dieser einseitigen Peak-Story einen neuen Dreh zu geben.
Und zwar ganz in Jamanis Sinn: Nicht das Angebot hat seinen Zenit erreicht, sondern die Nachfrage. Die Internationale Energieagentur (IEA), das Beratungsunternehmen IHS Cera und sogar die Deutsche Bank weisen darauf in kürzlich erschienenen Studien hin. Manchmal zwischen den Zeilen, manchmal in fetten Lettern in der Überschrift.

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  • Aus der FTD vom 20.10.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 23.10.2009 14:34:49 Uhr   Triakel: Herrlich

    Herrlich, der Artikel.
    Besonders das von mir so geliebte Steinzeit-Bonmot.
    Egal, ob Öl auf Nimmerwiedersehen verbrannt wird, aber kein Stein in der Menschheitsgeschichte jemals auf Nimmerwiedersehen verschwand, egal, ob es millionenfach mehr Steine als Öl gibt, egal, ob es jetzt 500 mal mehr Menschen gibt, als in der Steinzeit...
    So ein Spruch ist eben ein Evergreen, weil er sich so schön an jeder Realität vorbei schlängelt.

    Und schön ist auch die Aussicht, dass milliarden von Menschen, die jetzt noch keine individuelle Mobilität haben und milliarden von Menschen, die zusätzlich in den nächsten Jahrzehnten die Erde bevölkern werden, gar keine eigene Individualmobilität haben wollen.
    Alle diese Menschen wenden sich angeekelt ab: "Igitt, ein Auto, sowas kommt mir nicht ins Haus."

    Da hat der Autor also absolut ins Schwarze getroffen, ins Schwarze maximaler Realitätsferne.

  • 20.10.2009 16:22:35 Uhr   mitdenkender: nicht mehr zu ertragen
  • 20.10.2009 12:44:46 Uhr   Vandale : Mueller Peak Oil
  • 20.10.2009 12:35:56 Uhr   Vandale: Phantasievoller Artikel
  • 20.10.2009 11:55:23 Uhr   Faustus34: Zukunft des Öls
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