Krise in Aussicht:Analysten befürchten Bankenpleiten in China
Kredite an die chinesischen Regionalregierungen sind eine heikle Angelegenheit, weil die Wahrscheinlichkeit ihres Ausfalls sehr hoch ist. Der Ratingagentur Moody's zufolge unterschätzt das Land die Risiken gewaltig.
Nach Ansicht der Ratingagentur Moody's unterschätzt die Finanzaufsicht in China die Höhe der Kredite, die die Geschäftsbanken des Landes an Lokalregierungen vergeben haben. Damit verkenne sie auch die Gefahr, die von diesen Krediten für die Stabilität des chinesischen Bankensektors ausgehe. Nach Berechnungen der Ratingagentur sei die Kreditsumme um gut ein Drittel höher als von der Aufsicht geschätzt. Diese geht von einer Summe von 10.700 Mrd. Yuan (1100 Mrd. Euro) insgesamt aus, laut Modys müssten aber noch einmal 3500 Mrd. Yuan dazukommen.
Die Ratingagentur Moody's warnt vor einer Krise
Sollte es zu einer Krise im Land kommen, etwa durch das Platzen der Blase an den Immobilienmärkten, könnten Banken gewaltige Probleme bekommen. Die Zahl der ausgefallenen Kredite könnte einen Wert von mehr als zwölf Prozent erreichen. Es fehle ein Plan, wie mit dieser Problematik umzugehen sei, kritisiert Moody's.
Nach Angaben der Regulierungsbehörde sind 79 Prozent der Verbindlichkeiten der Regionalregierungen Bankschulden. Kredite in Höhe von 8 Mrd. Yuan seien bereits jetzt überfällig. Die von Moody's errechneten 3500 Mrd. Yuan, die für sieben Prozent der gesamten Yuan-Kredite in China stehen, werden von der Behörde nicht als Schulden der Regionen angesehen. Dies weist nach Ansicht der Ratingagentur daraufhin, dass sie schlecht dokumentiert seien und ein hohes Ausfallrisiko hätten. Dementsprechend läge der Anteil der bislang ausgefallenen Kredite nicht bei fünf- bis acht Prozent, sondern viel eher bereits zwischen 10 und 18 Prozent.
Infolge des Moody's-Berichts fielen die Kurse der börsennotierten chinesischen Banken, die Kosten zur Kreditabsicherung über CDS stiegen an. Der Wert für die Bank of China, drittgrößtes Institut des Landes, kletterten auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 149 Basispunkten.
Analysten weisen vor allem infolge der unsicheren Lage auf dem Immobilienmarkt und der hohen Kredite an die Lokalregierungen darauf hin, dass mehrere Banken pleitegefährdet seien. Erst kürzlich hatte die Ratingagentur Fitch den Ausblick für die Note für Kredite in Landeswährung auf negativ gesenkt.
Nach Schätzungen von Standard& Poor's könnten bis zu 30 Prozent der an die Regionen vergebenen Kredite ausfallen. Trotz dieser Zahlen zeigen sich die Analysten von Sanford Bernstein optimistisch. Die an der Börse gehandelten Banken könnten einen Ausfall bis zu 27 Prozent dieser Kredite verkraften. Zudem werde China die staatlichen, nicht-börsennotierten Regionalbanken retten.
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