Die drei Zinssätze werden von Bankenvereinigungen ermittelt. Sie befragen dazu einen festgelegten Kreis großer Institute zu den aktuellen Kreditkonditionen auf dem Interbankenmarkt. Sollten sich tatsächlich mehrere Mitglieder dieser sogenannten Panels untereinander absprechen, würden die Ergebnisse dieser Umfragen verfälscht.
Der Euribor wird täglich einmal von der europäischen Bankenvereinigung EBF fixiert. Unter Beteiligung von 44 Geldinstituten wird der Durchschnitt der Zinssätze ermittelt, zu dem die Banken sich gegenseitig Geld leihen. Sie geben eine Einschätzung darüber ab, welchen Zins eine sogenannte Primebank einem anderen als erstklassig eingestuften Institut anbietet. Die höchsten und niedrigsten der gemeldeten Sätze - jeweils 15 Prozent - sortiert die EBF aus, um eine Verzerrung des Durchschnitts durch Ausreißer zu vermeiden.
An der Festlegung des Euribor sind auch neun deutsche Banken beteiligt
Zu den 44 Instituten gehören hierzulande die Deutsche Bank, die
Commerzbank , die DZ Bank, die Landesbank Berlin sowie die WestLB, NordLB, LBBW, Helaba und BayernLB. Von der Razzia im Herbst waren nach Angaben der EBF aber nicht alle Mitglieder des sogenannten Euribor-Panels betroffen.
Anders als beim Euribor geht es beim Libor nicht um Schätzungen
Der Libor wird von der British Bankers‘ Association (BBA) veröffentlicht. Sie verwendet dafür die täglichen Meldungen von bis zu 19 Geldhäusern, bei der Ermittlung des Libor-Satzes für kleinere Währungen sind es zum Teil weniger. Die Institute geben an, zu welchem Zins sie sich in einer Währung kurzfristig Gelder von Konkurrenten leihen konnten. Dabei geht es um Darlehen, bei denen Institute bester Bonität keine Wertpapiere als Sicherheiten hinterlegen müssen.
Die BBA berechnet aus den Angaben einen Durchschnittssatz. Auch hier werden Ausreißer ausgeschlossen: Das Viertel der Banken mit den höchsten und das Viertel mit den niedrigsten Sätzen fallen aus der Berechnung heraus. Wie beim Euribor kann ein einzelnes Institut den Libor also nicht beeinflussen.
Ganz ähnlich ist das Verfahren beim Tibor: Der japanische Bankenverband JBA befragt dazu 18 Banken, die beiden höchsten und die zwei niedrigsten gemeldeten Zinssätze werden aussortiert.