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Merken   Drucken   21.07.2012, 16:07 Schriftgröße: AAA

Marktausblick: Analysten warnen vor bösen Überraschungen

Zahlen, Zahlen, Zahlen - von Facebook bis Daimler. Die kommende Börsenwoche steht im Zeichen der großen Konzerne. Trotz des erfreulichen Auftakts in die Bilanzsaison dämpfen Analysten die Erwartungen.
© Bild: 2012 FTD.de/DPA/Bildfunk/Fredrik von Erichsen
Zahlen, Zahlen, Zahlen - von Facebook bis Daimler. Die kommende Börsenwoche steht im Zeichen der großen Konzerne. Trotz des erfreulichen Auftakts in die Bilanzsaison dämpfen Analysten die Erwartungen.
von Weixin Zha, New York, , und Frankfurt

Nach einem ermutigenden Auftakt kommt die Berichtssaison kommende Woche voll in Fahrt. Mit Spannung werden besonders die Zahlen von Facebook  erwartet: Das Online-Netzwerk veröffentlicht am Donnerstag die erste Quartalsbilanz seit dem von Pannen begleiteten Börsengang im Mai. Mit Apple  legt am Dienstag ein weiterer IT-Konzern Zahlen vor, die die Aufmerksamkeit von Analysten auf sich ziehen dürften. Zudem könnten die Quartalsberichte von Industrieunternehmen wie Ford  und Caterpillar  neue Hinweise zur Konjunkturentwicklung bieten, noch ehe am Freitag eine erste Schätzung zum US-Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal veröffentlicht wird.

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Peter Cardillo, Chefökomom für Märkte bei Rockwell Global Capital, rechnet bei den multinationalen Industrie- und Technologieunternehmen mit enttäuschenden Ergebnissen. Ihr Geschäft werde in besonderem Maße von der Euro-Krise und den Wechselkursen beeinträchtigt, sagte Cardillo der FTD. Von den Geschehnissen in Europa hänge letztlich auch ab, wie sich in der kommenden Woche die Aktienkurse entwickelten: "Wenn sich die Euro-Krise noch weiter verschlimmert, wird sich das auch auf die US-Märkte auswirken."

Tatsächlich verdarben schlechte Nachrichten aus Spanien den Anlegern weltweit schon am Freitag die Stimmung: Der Dow Jones  verlor 0,9 Prozent und beendete die Woche mit einem mageren Plus von 0,4 Prozent, obwohl die Kurse an den Vortagen wegen eines guten Starts in die Bilanzsaison kräftig zugelegt hatten. Der breiter gefasste S&P 500  legte auf Wochensicht ebenfalls 0,4 Prozent zu. Der DAX  schloss 1,9 Prozent im Minus bei 6630 Zählern. Auf Wochensicht verbuchte das Börsenbarometer immerhin ein Plus von 1,1 Prozent. Auch der Stoxx 600  notierte trotz eines Tagesverlusts von 1,4 Prozent noch 0,8 Prozent höher als in der Vorwoche.

Mit Blick auf die Quartalsberichte mehrerer DAX-Konzerne in den nächsten Tagen warnen Analysten vor großen Erwartungen. Die Euro-Schuldenkrise werde wohl bei einigen Unternehmen Spuren hinterlassen haben, sagte Bernd Krampen, Stratege bei der NordLB, der Nachrichtenagentur Reuters.

SAP, Daimler und Volkswagen öffnen ihre Bücher

Mit 0,75 Prozent ist der EZB-Leitzins ....

 

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Der Dienstag wird insbesondere für den Technologiesektor interessant: Mit SAP , der Software AG  und dem Chip-Hersteller Dialog Semiconductor  veröffentlichen gleich drei Unternehmen aus der Branche Zahlen.

Am Mittwoch folgen der Autobauer Daimler  und der Maschinenbauer MTU  Aero Engines. Der große Schwung erwartet die Anleger am Donnerstag, wenn der Industriekonzern Siemens , der Autobauer Volkswagen , das Chemieunternehmen BASF  und die Deutsche Bahn ihre Zahlen vorlegen.

Spannend könnten auch die Zahlen der spanischen Unternehmen werden, die am Mittwoch und Donnerstag ihre Bücher öffnen, darunter der Versorger Iberdrola , der Energiekonzern Repsol , Telefonica  sowie die Großbank Banco Santander .

Nach kleineren spanischen Banken hatte am Freitag erstmals eine ganze Region die Zentralregierung um Finanzhilfen gebeten: Valencia will auf einen 18 Mrd. Euro schweren Notfallfonds zugreifen, den die Regierung in Madrid am Donnerstag extra zur Unterstützung verschuldeter Regionen eingerichtet hatte. An den Märkten löste der Hilferuf dennoch die Befürchtung aus, das am Freitag von der Euro-Gruppe bewilligte Rettungspaket für Spaniens Banken werde zur Stabilisierung des rezessionsgeplagten Landes nicht reichen. Der Euro  rutschte unter die Marke von 1,22 Dollar und fiel vorübergehend auf ein Zweijahrestief von 1,2144 Dollar. Gegenüber dem Yen erreichte die Gemeinschaftswährung sogar den tiefsten Stand seit November 2000.

Während die Devisenstrategen der italienischen Bank Unicredit dem Euro in der kommenden Woche eine eine leichte Erholung zutrauen, sieht die Dekabank für Spanien keinen Anlass zur Entwarnung. Die Risikoprämie auf Staatsanleihen des Landes erreichte am Freitag den höchsten Stand seit Einführung des Euro: Der Renditeaufschlag, den Anleger dafür verlangen, dass sie zehnjährige spanische anstelle deutscher Bundesanleihen kaufen, erreichte mehr als sechs Prozentpunkte. Insgesamt liegen die Renditen spanischer Zehnjahrespapiere über sieben Prozent.

"Die Erleichterung über die Bankenhilfe für Spanien und die angekündigten Sparmaßnahmen ist somit schon wieder aufgebraucht", kommentierten die Analysten der Dekabank. Etwas abgemilderter habe dies auch Italien zu spüren bekommen. "Immerhin hat sich die zwischenzeitliche Skepsis gegenüber dem erweiterten Kern der Euro-Zone soweit gelegt, dass Anleihen aus Frankreich, Österreich und den Niederlanden wieder zur sicheren Seite des Marktes gezählt werden", schreiben die Dekabank-Experten weiter. Die Commerzbank erwartet, dass der Rückgang der Renditen und Zinsaufschläge dieser Länder kurzfristig fortsetzen wird.

Frankreich, Österreich und die Benelux-Staaten profitieren davon, dass Schuldtitel Deutschlands oder der Schweiz - für sicherheitsorientierte Investoren die ersten Adressen - mittlerweile sehr teuer sind. Für Bundesanleihen mit zwei Jahren Laufzeit boten Anleger zuletzt so hohe Preise, dass die Rendite ins Minus rutschte. Bei französischen und belgischen Papieren mit kürzeren Laufzeiten fielen zuletzt ebenfalls Negativzinsen an, nachdem die Europäische Zentralbank,den Zins auf Übernachteinlagen der Banken auf null Prozent gesenkt hatte. Anleihen dieser Länder werfen aber noch deutlich mehr Rendite ab als Bundesanleihen. Die Commerzbank rechnet deshalb mit einer steigenden Nachfrage: "Die Jagd nach Rendite ist noch in vollem Gange", schreiben die Analysten.

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