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Merken   Drucken   11.12.2011, 15:18 Schriftgröße: AAA

Marktausblick: Das Zittern um den Euro geht weiter

Der Gipfel zur Rettung der Gemeinschaftswährung ist vorbei - doch das ist noch lange kein Grund zum Aufatmen: Viele Probleme der Euro-Staaten sind nach wie vor ungelöst.
© Bild: 2011 DPA/Bildfunk/Uwe Zucchi
Der Gipfel zur Rettung der Gemeinschaftswährung ist vorbei - doch das ist noch lange kein Grund zum Aufatmen: Viele Probleme der Euro-Staaten sind nach wie vor ungelöst. von André Kühnlenz  , Gomez Isabel, Frankfurt, Bode Kim und Brüchle Lisa, New York
Nach den Beschlüssen des Euro-Gipfels richtet sich jetzt der Blick vieler Anleger auf die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die Ratingagenturen: "Entscheidend für die Stimmung an den Rentenmärkten in den kommenden Wochen dürfte sein, wie die EZB und die Ratingagenturen die Ergebnisse des Gipfels interpretieren", sagt Rainer Guntermann, Anleiheanalyst bei der Commerzbank.
Kursinformationen und Charts
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Nachdem bereits in den vergangenen beiden Wochen vor dem Treffen die Risikoaufschläge vieler Staatsanleihen der Randländer kräftig gesunken waren, zeigten sich die Marktteilnehmer am Freitag in einer ersten Reaktion auf den Gipfel zunächst eher verhalten. Allerdings taten sich viele Anleger zunächst schwer dabei, die Gipfelergebnisse zu bewerten, was sich in stark schwankenden Kursen niederschlug.
Am Ende gingen die Aufschläge gegenüber Bundesanleihen für Italien und Spanien am Freitag um jeweils rund 20 Basispunkte zurück, was aber immer noch mehr war als vor einer Woche. Der Zinsrutsch der vorherigen Wochen war dabei bereits am Donnerstag erstmals ins Stocken geraten, nachdem die EZB keine neuen Signale für ein stärkeres Engagement gegen den Vertrauensverlust auf den Staatsanleihemärkten lieferte.
So könnte vieles dafür sprechen, dass die große Entspannung auch in der nächsten Woche ausbleiben wird. Besonders der Euro  könnte noch bis Jahresende unter Druck geraten - dies erwarten zumindest Strategen von Unicredit. "Es besteht sogar die Gefahr eines weiteren Rückgangs Richtung 1,25 Dollar", sagt Roberto Mialich. In dieser Woche hatte sich die Devise mit einigen Ausschlägen am Ende praktisch kaum zur US-Währung verändert.
S&P-Drohung steht im Raum
Das Auf und Ab dürfte auch am Aktienmarkt weitergehen. Carsten Klude, Chefvolkswirt von MM Warburg, erwartet keine Sprünge in den europäischen Indizes, am wenigsten im DAX . "Für ein nachhaltiges Überschreiten der 6000-Punkte-Marke sehe ich wenig Spielraum, denn die vielen Fragezeichen in Sachen Euro-Krise bleiben", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.
In dieser Woche verlor der deutsche Leitindex insgesamt 2,0 Prozent. Am Freitag schloss der DAX nach einem unruhigen Handelstag allerdings 1,9 Prozent im Plus bei 5987 Punkten. Der Euro Stoxx  verlor auf Wochensicht 1,1 Prozent und der japanische Nikkei  gab 1,8 Prozent ab. In den USA litt die Wall Street ebenfalls die gesamte Woche unter der miesen Stimmung in Europa.
Weiterhin hoffen viele Marktteilnehmer darauf, dass die Notenbanker eventuell doch mit größeren Anleihekäufen die Renditen der Länder stärker drücken könnten, um Stimmung den Märkten zu heben: Denn die Verzinsung von Anleihen fällt immer dann, wenn deren Kurse steigen.
Zudem steht weiterhin die Drohung der Ratingagentur Standard & Poor's im Raum, die Bonität fast aller Euro-Staaten nach dem Gipfel herabzustufen. "Die aktuell vorübergehende Ruhe kann jederzeit durch die Herabstufung einer Ratingagenturen oder neue Finanzierungsprobleme ins Wanken geraten. Ob das in einer Woche oder in einem Monat passieren wird, wissen wir nicht", sagt Stephen Stanley, Chefvolkswirt beim Anleihehandelshaus Pierpont Securities.

Teil 2: "EZB sollte endlich aufwachen"

  • FTD.de, 11.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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