S&P-Drohung steht im RaumDas Auf und Ab dürfte auch am Aktienmarkt weitergehen. Carsten Klude, Chefvolkswirt von MM Warburg, erwartet keine Sprünge in den europäischen Indizes, am wenigsten im
DAX . "Für ein nachhaltiges Überschreiten der 6000-Punkte-Marke sehe ich wenig Spielraum, denn die vielen Fragezeichen in Sachen Euro-Krise bleiben", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.
In dieser Woche verlor der deutsche Leitindex insgesamt 2,0 Prozent. Am Freitag schloss der DAX nach einem unruhigen Handelstag allerdings 1,9 Prozent im Plus bei 5987 Punkten. Der
Euro Stoxx verlor auf Wochensicht 1,1 Prozent und der japanische
Nikkei gab 1,8 Prozent ab. In den USA litt die Wall Street ebenfalls die gesamte Woche unter der miesen Stimmung in Europa.
Weiterhin hoffen viele Marktteilnehmer darauf, dass die Notenbanker eventuell doch mit größeren Anleihekäufen die Renditen der Länder stärker drücken könnten, um Stimmung den Märkten zu heben: Denn die Verzinsung von Anleihen fällt immer dann, wenn deren Kurse steigen.
Zudem steht weiterhin die Drohung der Ratingagentur Standard & Poor's im Raum, die Bonität fast aller Euro-Staaten nach dem Gipfel herabzustufen. "Die aktuell vorübergehende Ruhe kann jederzeit durch die Herabstufung einer Ratingagenturen oder neue Finanzierungsprobleme ins Wanken geraten. Ob das in einer Woche oder in einem Monat passieren wird, wissen wir nicht", sagt Stephen Stanley, Chefvolkswirt beim Anleihehandelshaus Pierpont Securities.