"Rettet uns vor IFRS. Sie zwingt uns Abschreibungen auf, die selbst die stärkste Bank früher oder später umbringen werden!" Das stimmt sogar. In der Tat kann die strikte Bilanzierung nach Zeitwerten oder mit Hilfe von Vehikeln, die Zeitwerte simulieren sollen, zu Verlusten führen, die es in Wirklichkeit nie gab.
Aber diese Regeln sind nicht vom Himmel gefallen, sondern genau von den Investoren lautstark eingefordert worden, die jetzt ihre Felle davonschwimmen sehen. Scheinbar altmodische Vorsichtsprinzipien wurden einer zum Fetisch erhobenen Transparenz geopfert, die in Wirklichkeit nur als Instrument diente, aus den Unternehmen auch noch den letzten Zehntelprozentpunkt Rendite herauszuquetschen.
Dafür gibt es jetzt die Quittung. Eines muss klar sein: Es war die Gier nach immer monströseren Profiten und Bonifikationen, die das Finanzsystem in jenen Zustand versetzt hat, den einige als schlimmste Krise seit 1929 identifizieren. Die "Masters of the Universe" haben die Bilanzregeln bloß der Gier angepasst. Jetzt erweisen sich diese als Bumerang. Sie sind aber nicht schuld an der Krise. Sollten die Regeln befristet ausgesetzt werden, kann das vorübergehend heilend wirken. Ursachenbekämpfung sieht anders aus.