An Besserung glaubt kaum ein Investor, nachdem die Europäische Zentralbank jüngst erst den Leitzins gesenkt hat. Anleger halten deshalb verstärkt nach Anlageformen Ausschau, die vergleichsweise inflationssicher sind. Die Klassiker der Geldanlage - Aktien und Anleihen - werden dieser Aufgabe kaum gerecht. Das zumindest ist das Ergebnis einer Analyse des britischen Vermögensverwalters Man.
Zwar gelten Aktien neben Edelmetallen gemeinhin als guter Inflationsschutz. Doch das sei ein Trugschluss, meint Felix Gasser, Portfoliomanager bei Man: "Viel spricht dafür, dass Aktien in Zeiten der Teuerung nur bedingt Sicherungsfunktionen übernehmen können - und das auch nur bei langfristiger Betrachtung."
So haben Aktien die Hoffnung auf Werterhalt, die Anleger während der hohen Inflation in den 70er-Jahren in sie setzten, kaum erfüllt. Nachhaltige Kursgewinne bei Dividendenpapieren sind in der Zeit von 1965 und 1979 jedenfalls ausgeblieben, argumentiert Gasser. "Gleichzeitig haben die Papiere Investoren einen gewaltigen Opportunitätsverlust beschert", sagt der Portfoliomanager. Bedeutet: Andere Anlageformen boten deutlich höhere Renditen.
Gasser führt einen simplen Grund an, warum die Aktienkurse in Zeiten hoher Inflation dümpeln. So haben Industrieunternehmen Probleme, steigende Einkaufspreise für Vorprodukte an ihre Kunden weiterzugeben. Denn die reagieren in Krisenzeiten besonders sensibel. Das setzt die Margen der Unternehmen unter Druck - was den Gewinn schmälert und den Aktienkurs schwächt. "Im Regelfall sorgt Inflation für sinkende Erträge und damit für fallende Bewertungen", sagt der Man-Portfoliomanager.