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Merken   Drucken   30.11.2011, 12:45 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Apps für Mobile Banking kassieren schlechte Noten

Miniprogramme von Banken fürs Smartphone bieten meist nicht viel. Einige Institute sind noch gar nicht auf den Trend aufgesprungen. Dabei könnten die Geldhäuser mit ihnen Kunden binden.
von Daniela Leistikow

Per Smartphone im Kino nebenbei das Konto verwalten, in der U-Bahn fix Geld überweisen, im Auto schnell mal Aktien kaufen. Das könnte Realität sein, denn Bundesbürger erledigen ihre Bankgeschäfte am liebsten dann, wenn es in ihren Tagesablauf passt, und dort, wo sie sich gerade befinden. Immer öfter greifen sie dabei auch zum Smartphone. Doch die Miniprogramme auf dem iPhone und anderen Geräten, sogenannte Apps, bleiben beim Banking hinter den Erwartungen zurück. So lautet das Urteil der Schweizer Researchfirma Myprivatebanking, die knapp 200 Apps der 50 weltweit führenden Banken getestet hat, darunter fünf deutsche Institute.

Den ersten Platz teilen sich Deutsche Bank und das französische Geldinstitut Caisse d'Epargne. Die Deutschen punkteten mit den Inhalten der App sowie der Integration von sozialen Medien wie Facebook und Twitter. Die maximal mögliche Punktzahl von 60 schafften aber auch sie nicht. Die beiden Erstplatzierten kamen auf 50, alle Geldhäuser im Schnitt auf 35 Punkte.

Smart   Smart

Myprivatebanking testete die Apps auf Basis von 46 Kriterien hinsichtlich Nutzerfreundlichkeit, Qualität von Inhalten und Funktionen sowie Integration mit sozialen Medien und der Website der Bank. Fazit: Die mobile Revolution habe den Bankensektor zwar erreicht, die Entwicklung sei dort aber noch in einem sehr frühen Stadium. Einige der weltgrößten Institute hätten noch überhaupt keine Miniprogramme für Bankgeschäfte. Und die Mehrzahl der angebotenen Apps gebe es nur fürs iPhone, eine Lösung für Smartphones mit Android suche man oft noch vergeblich.

Zwei Drittel der analysierten Banken bieten der Studie zufolge nur rudimentäre Apps an, mit sehr begrenzten Funktionen und Inhalten. Marktinformationen könnten nur bei 65 Prozent der getesteten Apps abgerufen werden. Lediglich bei 40 Prozent sei der Handel mit Wertpapieren möglich. Mit weniger als der Hälfte der Bank-Apps ließen sich Produktinformationen und Finanznachrichten abrufen. Zudem seien Sicherheit und Datenschutz ein Schwachpunkt, viele der getesteten Apps seien weniger sicher als Onlinebanking am PC.

Wer trotzdem Mobile Banking nutzen möchte, sollte nach Ansicht von Experten das als manipulationssicher geltende Verfahren mit TAN-Generatoren nutzen; dabei wird auf einem kleinen Gerät per Knopfdruck eine individuelle TAN erzeugt. Bietet die eigene Bank das nicht an, muss man auf iTAN zurückgreifen; hierbei fragt die Bank nach einer bestimmten TAN von einer Liste mit durchnummerierten TANs. Diese Liste sollte man allerdings keinesfalls aus Bequemlichkeit fotografieren und das Bild auf dem Smartphone speichern. Sollte das Telefon gestohlen werden, sind alle wichtigen Kontodaten darauf - und Diebe haben leichtes Spiel, auch das Konto des Handybesitzers zu plündern. Aus dem gleichen Grund sollte man auch nicht am SMS-TAN-Verfahren teilnehmen und sich TANs aufs Handy schicken lassen.

Teil 2: Drei empfohlene Maßnahmen

  • FTD.de, 30.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland
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