Es ist ein von Banken eher stiefmütterlich beworbenes Produkt, das attraktive Zinsen bietet: Auszahlpläne eignen sich für Kunden, die sich kontinuierliche Zahlungen wünschen. von Richard Haimann
Die meisten Banken und Sparkassen führen sie zwar in der Produktpalette, doch die wenigsten Institute werben für sie: Auszahlpläne, mit denen Kunden einen höheren Geldbetrag auf einen Schlag zu attraktiven Zinsen anlegen und in festen monatlichen Tranchen zurückgezahlt bekommen.
Das Produkt eignet sich insbesondere für ältere Menschen, um Ersparnisse oder Kapital aus einer Erbschaft oder einer Lebensversicherung in eine zusätzliche Rente umzuwandeln. Bei einem Betrag von 100.000 Euro, einer Zinsrate von vier Prozent und einer Laufzeit von 20 Jahren beträgt die monatliche Zahlung 601,43 Euro. Zudem können Familien auch für das Studium ihrer Kinder eine Summe anlegen, die dann über mehrere Jahre hinweg in kontinuierlichen Raten ausgezahlt wird.
"Mit einer Verzinsung von bis zu 4,25 Prozent bieten Auszahlpläne eine deutlich höhere Rendite als Rentenversicherungen", sagt Liza Banzhaf, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Bei Rentenversicherungsverträgen, die in diesem Jahr abgeschlossen werden, beträgt die garantierte Rendite auf das Deckungskapital nur noch 1,75 Prozent. "Allerdings entspricht das Deckungskapital nicht dem eingezahlten Geld, da daraus noch die Abschlussgebühren entnommen werden", erläutert Banzhaf.
Diese Gebühr erhalten Banken und Sparkassen bei der Vermittlung von Rentenversicherungspolicen als Provision. Viele Berater würden ihren Kunden deshalb die Assekuranzprodukte statt der Auszahlungspläne des eigenen Hauses empfehlen, meint Thomas Mai, Anlageexperte der Verbraucherzentrale Bremen. "Für die Institute ist die Vermittlung von Rentenversicherungen lukrativer." Auch Rentenversicherungen können mit der Einzahlung eines hohen einmaligen Geldbetrags abgeschlossen werden.
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