Wenn Tobias Stöger von seiner Geschäftsidee erzählt, hört sich das erst mal nach großer Freiheit an. Im Kopf entstehen Bilder von Menschen, die in Jack-Wolfskin-Montur durch die Hochebene Tibets stapfen. Dabei hat Stögers Vision nichts mit Abenteuerreisen zu tun, sie klingt nur so: "Outdoor-Banking" - das ist für Stöger das nächste große Ding im Bankengeschäft.
Es gibt auch einen weniger bombastischen, dafür aber geläufigen Begriff für das, womit Stöger sein Geld verdient: Mobile Banking. Hinter dem Schlagwort verbirgt sich die Möglichkeit, Bankgeschäfte wie Überweisungen, Kontostandsabfragen oder Geldanlagen über mobile Geräte abzuwickeln. Schon im Jahr 2000 wurde dem Banking außer Haus eine rauschende Zukunft vorausgesagt. Zu kleine Displays, langsame Datenverbindungen und unkomfortables Handling setzten der Euphoriewelle ein jähes Ende. Die Zeit war noch nicht reif. Heute, zehn Jahre später, scheinen sich die Prognosen von damals dank flinker Smartphones und günstigen Datenflatrates doch noch zu bestätigen.
Stögers kleine Softwarefirma mit Sitz in Dachau ist Vorreiter bei diesem zweiten Angriff der Mobile-Banking-Branche. 2009 brachte das Unternehmen mit iOutbank eine der ersten Banking-Applikationen für das iPhone auf den Markt. Im
Apple Store zählt das Programm seit Monaten zu den am besten bewerteten Anwendungen im Bereich Mobile Banking.
Banking mit Apps
Um Bankgeschäfte von unterwegs zu erledigen, kann entweder auf spezielle Finanzapplikationen oder die mobile Website einer Bank zurückgegriffen werden. Die Geldgeschäfte über den Browser funktionieren genauso wie zu Hause am Computer. Grundsätzlich kann jedes internetfähige Handy auf mobile Bankseiten zugreifen - je nach Displaygröße und Datenübertragungsverfahren unterscheidet sich jedoch die Annehmlichkeit der Nutzung.
Noch bequemer funktioniert das mobile Banking mit speziellen Finanzapplikationen, sogenannten Apps. Diese Miniprogramme, die auf Smartphones und Tablet-Computer wie das iPad heruntergeladen werden können, funktionieren wie ein persönliches Banking-Programm und ermöglichen je nach Institut verschiedene Anwendungen. Fast alle großen Banken, mit Ausnahme der HypoVereinsbank und der Targobank, bieten mobile Applikationen an. Hinzu kommen Apps von Fremdanbietern wie iControl oder iOutbank, die es möglich machen, Konten unterschiedlicher Institute innerhalb einer Anwendung zu verwalten.