Firmen mit einer starken Führungsperson
Ob allein fehlendes Charisma einen deutlichen Kursabschlag rechtfertigt, ist jedoch fraglich. Das gilt selbst für Apple. "Ich halte die Kursreaktion für übertrieben. Es ist ja nicht so, dass es außer Steve Jobs keine fähigen Leute im Unternehmen gäbe", sagt Jens Hasselmeier, Analyst von Independent Research. Er verweist darauf, dass sich nach Jobs' letztem Rückzug 2009 der Aktienkurs ebenfalls gut entwickelt hat. Zudem habe der Konzern mit Tim Cook sofort einen Nachfolger bestimmt, der Jobs' Aufgaben vorübergehend übernimmt. Steinbeis sieht es ähnlich und hält Apple für einen Sonderfall: "Es gibt kaum ein Unternehmen dieser Größe, das den Starkult um seinen Vorstandschef so gefördert hat wie Apple."
Für den Fondsmanager zählen Personalwechsel dennoch zu den Risiken, die er im Auge behält. "Wenn jemand freiwillig ein Unternehmen verlässt und das Motiv im Dunkeln bleibt, dann hat das einen anderen Geschmack", sagt Steinbeis. Oft würden Anleger Probleme im operativen Geschäft als Motiv vermuten.