Seit der Finanzkrise verlieren westliche Industriestaaten an Vertrauen - und Anleiheanleger stehen vor der Frage, wo das Geld noch sicher ist. Anders als erwartet fielen die Renditen der US-Papiere angesichts der großen Nachfrage sogar noch. "Die Herabstufung der USA ist kein Weltuntergang für Anleger, sondern lediglich ein Warnsignal an die Regierung", meint Christian Eckert, Leiter Renten bei der Fondsgesellschaft Union Investment.
Auf die Bonität Deutschlands fallen größere Schatten. Einige Investoren glauben, dass die Hilfeleistungen und Garantien für die Peripheriestaaten die Bundesrepublik auf Dauer stark belasten werden. Auch an Frankreich beginnen die Anleger zu zweifeln. "Die Garantien der großen EU-Staaten wie Deutschland oder Frankreich gegenüber den Peripherieländern halte ich nicht für so kritisch", sagt Benno Weber, Fondsmanager bei Swisscanto. "Sehr viel schwerer wiegt, wenn diese Länder sehr viel Geld in die eigenen Banken stecken müssen."
Trotz dieser Unwägbarkeiten sanken, wie bei den US-Treasuries auch, die Zinsen deutscher Bundesanleihen. Bundesbonds mit zehn Jahren Laufzeit notierten zeitweilig bei 1,8 Prozent Rendite. Nach Abzug der Inflation verdienen Anleger nichts mehr. Egbert Sauer, Anleihefondsmanager bei der Investmentboutique Lupus Alpha, hält das Verhalten der Anleger dennoch für rational. "Investoren tragen ihr Geld zu den Burgen mit den höchsten Mauern. Relativ gesehen überstehen diese am ehesten einen Sturm an den Märkten." Besonders Profianlegern, die viele Milliarden Euro verwalten, bleibt kaum eine andere Wahl. Denn die Größe des Marktes für Treasuries und Bundesanleihen garantiert auch in schwierigen Phasen einen liquiden Handel.