Zwischen Mitte 2010 und Ende 2011 bewegten sich viele europäische Anleiheindizes unterm Strich seitwärts. Mit Verschärfung der Euro-Krise nahmen die Schwankungen an den Märkten zu. "Die Märkte waren volatil, es gab nicht immer klare Trends", sagt Christian Michel, Analyst der Ratingagentur Feri.
Die Folge: Fonds, die jede Bewegung als Trend interpretierten und ihre Positionen entsprechend anpassten, hatten je nach Länderallokation das Nachsehen. Besonders deutlich wird das bei der Betrachtung börsengehandelter Indexfonds (ETFs), den Trendfolgern überhaupt. So verzeichneten europäische Staatsanleihe-ETFs im vergangenen Jahr starke Schwankungen und mussten teils steile Talfahrten hinnehmen.
Quant-Modelle funktionierten in normalen Marktphasen, versagten aber in Extremsituationen, lautet ein Vorwurf gegen Fonds, die quantitative Strategien verfolgen. Ein Vorwurf, der sich zuletzt offenbar bestätigt hat. "Politische Entscheidungen können am Markt enorme Verwerfungen hervorrufen.
Bei klassischen Trendfolgemodellen besteht in Zeiten wie diesen durchaus das Risiko, Schiffbruch zu erleiden", sagt Thorsten Rühl, Leiter Quantitative Asset Allocation bei der Sparkassentochter Deka Investment.
Modelle, die nicht nur vermeintlichen Trends folgen, sondern auch andere Faktoren in Betracht ziehen, erweisen sich als robuster. So hat sich etwa der Mischfonds Deka Euroland Balance, der zurzeit zu zwei Dritteln in Anleihen investiert ist, zuletzt gut gehalten.