Dieses Engagement macht sie gleich dreifach anfällig für Ausfälle. Erstens ist da das Basiswertrisiko: Bricht wegen Insolvenz eine Bankaktie ein, ist das darin investierte Geld verloren. Dieses Risiko müssen auch alle Aktienfonds tragen. Zweitens das Emittentenrisiko: Begibt eine Bank Schuldverschreibungen und fällt aus, stehen die Gläubiger ohne Kapital da. Mit diesem Risiko muss jeder Rentenfonds kalkulieren, auch Geldmarktfonds, die Bankanleihen kaufen, sind betroffen; außerdem sämtliche Zertifikate - denn auch dahinter steckt nichts anderes als Anleihen.
Drittens kommt das Kontrahentenrisiko dazu. Dieses betrifft den Handel auf Terminmärkten. Dort machen Banker Tauschgeschäfte. Gerät nun ein Handelspartner in Schwierigkeiten, kommt es immer häufiger zu regelrechten Dominoeffekten: Schlagartig kündigen alle möglichen Geschäftspartner ihre Kontrakte und stellen offene Forderungen fällig. Fehlt der Bank dann Geld, kann sich die Lage zuspitzen, andere bleiben womöglich auf der Differenz zwischen ihrem Einsatz und dem Wert des Tauschobjekts sitzen. "Das Kontrahentenrisiko haben alle Anleger zu tragen, die auf Terminmärkten spekulieren", bestätigt Jürgen Zirn, Mitglied der Geschäftsführung von LBBW Asset Management. Die wahrscheinlichen Verluste in seinem Haus rührten unter anderem auch daher.
Auch die Manager anderer Zertifikatefonds tummeln sich auf den Terminmärkten. Die Sparkassentochter Deka etwa konstruiert das Risiko-Rendite-Profil ihrer Zertifikatefonds vollständig über Termingeschäfte: Hier stecken also gar keine Zertifikate im Produkt.