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01.09.2008, 15:18
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Geldanlage mit dem Babyboom
Von demografischen Veränderungen und ihren Folgen reden Renten- und Gesundheitspolitiker ständig. Die Trends sind extrem langfristig. Das versuchen Fonds zu nutzen, die sich dem Thema Demografie verschrieben haben.
von Hubert Beyerle
Da die Menschen in westlichen Gesellschaften im Schnitt immer älter werden, so das Argument, änderten sich langfristig auch die Lebensgewohnheiten. Der im Frühjahr 2007 aufgelegte Fonds Allianz-Dit Global Demographic Trends geht das Thema von zwei Seiten an: Alterung in den Industriestaaten und Bevölkerungswachstum in den Schwellenländern. Ersteres, so die Argumentation, sei mit der Zunahme spezieller Konsumwünsche und altersspezifischer Krankheiten verbunden.
"Davon können Nischenanbieter profitieren, etwa in der Augenheilkunde oder der Reisebranche", sagt Christian Schneider, Fondsmanager von Allianz Global Investors. In Schwellenländern wie Indien und China wiederum wachse vor allem die junge Bevölkerung noch rapide. Viele junge Leute ziehe es zudem in die Städte. "Daraus ergibt sich ein hoher Bedarf an Infrastrukturinvestitionen", so Schneider. Hier setzt der Allianz-Dit Global Demographic bei der Auswahl der Einzeltitel für seinen Fonds an.
Allianz-Dit Global Demogr. Trends
Die DWS hat sich mit ihrem Invest Global Thematic zwar nicht ausdrücklich auf Demografie als Anlagethema festgelegt, verfolgt aber faktisch ein ähnliches Konzept mit vergleichbaren Werten im Depot.
Vollkommen anders gehen Jörg Müller und Rüdiger Braun, Fondsberater für den Vermögensverwalter BN & Partner, bei ihrem Demaark Global Fonds vor. Die demografische Alterung oder das allgemeine Bevölkerungswachstum interessieren sie nicht. Aus diesen beiden langfristigen Trends Investitionsentscheidungen ableiten zu wollen hält Braun für unseriös.
Stattdessen geht es ihm darum, die zyklischen Wendepunkte in der Konjunktur und an den Kapitalmärkten mithilfe von demografischen Statistiken rechtzeitig zu erkennen. Daraus folgten dann Entscheidungen für die Asset-Allocation, also die Aufteilung des Anlagekapitals auf Aktien, Renten und Cash-Positionen. Die Einzeltitel haben in seinem Konzept mit Demografie direkt wenig zu tun.
Gute Geschäfte mit dem Babyboom
Brauns Ansatz ist im Grunde einfach: Zwei Ereignisse prägen das Konsumverhalten des Menschen in seinem Lebens ganz besonders: die Familiengründung und der Berufseinstieg. "Hier konzentrieren sich viele Konsumentscheidungen. Kommen nun besonders geburtenstarke oder -schwache Jahrgänge in diese entscheidenden Altersgruppen, treibt das die volkswirtschaftliche Nachfrage oder drückt sie nach unten."
Das lässt sich sehr genau, bis hin zu Quartalsprognosen, vorhersagen. Demografische Faktoren waren es nach Brauns Ansicht auch, die den Einbruch der Konjunktur und der Märkte in den Jahren 2000 bis 2002 verursacht haben. "Im Wesentlichen war das der Einbruch bei den jungen erwachsenen Konsumenten in den USA. Ende der 60er-Jahre war es dort zu einem scharfen Rückgang der Geburten gekommen", sagt Braun.
Teil 2: Chancen in Phasen fallender Aktienmärkte
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Aus der FTD vom 02.09.2008
© 2008 Financial Times Deutschland,
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