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22.08.2008, 11:58
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Hilfe für Time Warner
In dieser Woche ist der neue Batman-Film "The Dark Knight" in den deutschen Kinos angelaufen. Die Erwartungen des Mutterkonzerns Time Warner sind hoch. Die Internettochter AOL verbucht noch immer Verluste.
von Christian Scheid
In den USA ist der Streifen bereits drauf und dran, sämtliche Rekorde zu brechen. Dort ist das Batman-Abenteuer bereits seit Mitte Juli in den Kinos. Nach gut vier Wochen hat der Film schon 471 Mio. $ eingespielt. Neben den Einnahmen aus Kino- und TV-Rechten sorgen auch Fanartikelverkäufe dafür, dass der Film ein Kassenschlager wird. Bei Produktionskosten von rund 185 Mio. $ sollte selbst nach Abzug der Marketingausgaben ein ordentlicher Gewinn übrig bleiben.
Daran glauben offenbar auch die Anleger. Seit dem US-Kinostart ist die Aktie von Time Warner von 13,50 auf 15,50 $ gestiegen. Doch bei näherer Betrachtung wird klar, dass die Minirally mit der Batman-Fantasie gar nicht so viel zu tun hat. Es ist der vom neuen Vorstandschef Jeff Bewkes eingeleitete Konzernumbau, der für den Aktienkurs viel entscheidender ist.
Finanzkennzahlen Time Warner - Ergebnisse und Prognosen
Die Agenda des ManagersDas Musiklabel Warner Music hat Bewkes bereits verkauft. Auch von der ebenfalls börsennotierten Kabeltochter will sich Bewkes trennen. Der 85,2-Prozent-Anteil an Time Warner Cable ist 21,6 Mrd. $ wert und macht damit knapp 40 Prozent des Börsenwerts der Mutter aus. Ganz oben auf der Agenda des Managers steht aber die kriselnde Internettochter AOL. Bei der Onlinesparte ist der Umsatz wegen sinkender Abonnentenzahlen im zweiten Quartal um 16 Prozent, der operative Gewinn sogar um 36 Prozent eingebrochen.
Analysten zufolge ist der Wert von AOL allein in den letzten drei Jahren um etwa die Hälfte gesunken. Nun hat Bewkes angekündigt, dass die Sparte ab 2009 in zwei getrennten Einheiten geführt werden soll. Die Aufspaltung soll Partnerschaften oder einen möglichen Teilverkauf erleichtern.
Besser als die Branche - Time Warner relativ zu Indizes
Boomendes FilmgeschäftNicht zuletzt wegen AOL musste Time Warner im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinnrückgang um mehr als ein Viertel auf 792 Mio. $ hinnehmen. Die Prognose für das Gesamtjahr hat der Medienriese dennoch bestätigt. Demnach soll der bereinigte operative Gewinn vor Abschreibungen um sieben bis neun Prozent steigen.
Darin spiegeln sich sicherlich auch die Hoffnungen auf einen Gewinnschub durch den Batman-Streifen wider, der noch nicht in den aktuellen Quartalszahlen enthalten ist. Das boomende Filmgeschäft hat auch dazu beigetragen, dass der Umsatz im Zeitraum von April bis Juni um fünf Prozent auf 11,6 Mrd. $ gestiegen ist.
Teil 2: Der verwunderte Aktienkurs
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Aus der FTD vom 22.08.2008
© 2008 Financial Times Deutschland,
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