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Merken   Drucken   11.05.2010, 10:57 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Indexfonds nach Börsencrash in der Kritik  

Durch den Absturz der Wall Street haben ETFs binnen Sekunden massiv an Wert verloren. Dabei ist der Kurseinbruch bei den Indexfonds möglicherweise selbstverschuldet: In den Wirren des Chrashs wurden offenbar versehentlich Aufträge ausgeführt. von Grit Beecken
Die massiven Kursverluste an der Wall Street am vergangenen Donnerstag haben Indexfonds empfindlich getroffen. "Wenn ein ETF massiv an Wert verliert, löst er sogenannte Stop-Loss-Orders aus", sagt Nizam Hamid, Manager beim größten ETF-Anbieter Blackrock.
Eine Stop-Loss-Order platziert einen Verkaufsauftrag, sobald ein bestimmter Kurs unterschritten wird. Auf diese Weise wollen Anleger hohe Verluste verhindern. "Durch die Verkäufe verliert der ETF dann weiter an Wert", so Hamid. Laut dem Branchendienst Indexuniverse kollabierte der Rydex S&P Equal Weight am Donnerstag in nur wenigen Sekunden: Um 14.45 Uhr kostete ein Anteil 39 $ , kurz darauf nur noch 15 Cent.
Die Börsen Nasdaq und NYSE wollen alle Transaktionen stornieren, die zwischen 14.40 und 15 Uhr ausgeführt wurden, sofern deren Preise 60 Prozent unter dem Kurs von 14.40 Uhr lagen. Zwei Drittel dieser Stornos entfallen auf Indexprodukte, darunter ETFs von Fidelity, iShares und State Street Global Advisors.
Dabei ist der Kurseinbruch möglicherweise selbstverschuldet. Laut Blackrock-Manager Hamid bleiben Stop-Loss-Orders so lange in den Systemen der Marketmaker, bis sie herausgelöscht werden. Die Financial Times berichtet, manche Makler würden derartige Orders als Platzhalter verwenden. In den Wirren des Crashs seien diese Aufträge versehentlich ausgeführt worden.

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