Konsumentenpreise 2008 in ausgewählten Ländern und der harmonisierte Verbraucherpreisindex für den Euro-Raum
Schon länger als die Zertifikateanbieter haben die Fondshäuser Inflationsprodukte im Angebot. Bei Rentenfonds schmälert die Geldentwertung ganz unmittelbar den Wert künftiger Zinszahlungen, sodass bei gleicher Nominalverzinsung der effektive Zinssatz schrumpft. Einen Ausweg bieten sogenannte Inflation-Linked Bonds - kurz Linker. Deren Nominalzinssatz ist variabel an den Verbraucherpreisindex gekoppelt. So bleibt der effektive Zins nach Geldentwertung immer gleich. Die unerwartet hohen Preisanstiege der vergangenen Monate kamen den Fonds zugute. Viele erzielten auf Sicht von einem Jahr zweistellige Renditen.
Einziger Haken: Der Inflationsschutz ist nur attraktiv, wenn die Preise schneller steigen als erwartet. Entspricht die Inflation den vorherrschenden Prognosen, bringen die Linker nicht mehr Ertrag als herkömmliche Anleihen, deren Zinssatz sich immer auch aus eben dieser allgemein erwarteten Inflation ergibt. Fällt die Inflation geringer aus, als Notenbanker glauben, geraten Linker gegenüber Staatsanleihen sogar ins Hintertreffen.
"Entscheidend für den Vergleich ist die Break-Even-Inflationsrate", erklärt Holger Brauer, Manager des "MAT Real Return" der Nomura-Fondstochter Maintrust. "Sie berechnet sich aus der Differenz zwischen den Nominalzinsen am Rentenmarkt und der Realrendite der Linker." Zwar gehen Fondsmanager derzeit nicht davon aus, dass diese Kennzahl unter die tatsächliche Inflation fällt, in den vergangenen Jahren ist aber genau dieses Szenario häufig eingetreten.
Ein weiteres Problem für die Fondsmanager liegt in der Auswahl der passenden Anleihen, denn Inflation-Linked Bonds sind immer an ihre Region gebunden, Euro-Anleger können also allenfalls mit europäischen Rententiteln dem Preisverfall in ihrem Portemonnaie begegnen. Zudem kann die Inflation innerhalb Deutschlands deutlich von der Durchschnittsentwicklung im Euro-Raum abweichen. Anleihen, die an den europäischen Preisindex gekoppelt sind, gleichen die Entwertung dann nicht völlig aus.
Geeignet für Zeiten mit hoher Inflation sind auch Immobilienfonds. Beim aktuellen Beteiligungsangebot von Hannover Leasing, "Substanzwerte Deutschland 4", sind die Mieten voll indexiert, das heißt sie steigen in Höhe der Inflationsrate. "Dies bietet den bestmöglichen Schutz vor Inflation", sagt Hannover-Leasing-Chef Friedrich Wilhelm Patt. Andere geschlossene Fonds weisen vergleichbare Klauseln auf. "Offene Immobilienfonds stellen ebenso einen guten Inflationsschutz dar, da die zugrunde liegenden Mietverträge häufig Wertsicherungsklauseln enthalten", sagt Commerz-Real-Chef Hubert Spechtenhauser. 70 Prozent aller Mietverträge seiner beiden offenen Immobilienfonds seien mit solchen Wertsicherungsklauseln versehen.