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Merken   Drucken   01.02.2012, 11:35 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Mehr Angst, mehr Rendite

Schwankende Kurse bieten ein großes Renditepotenzial. Die Fondsbranche versucht daher, mit Volatilitätsfonds aus den Bewegungen einen Ertragsbringer für Anleger zu machen. von Isabel Gomez 
Für Anleger sind schwankende Kurse normalerweise ein Dilemma. Ihr Risiko, beim Kauf von Aktien, Anleihen oder Fonds Geld zu verlieren, steigt. Seit 2008 mussten viele Anleger diese Erfahrung machen. Durch aktives Handeln ist es kaum möglich, das eigene Portfolio den schnellen Kursbewegungen anzupassen.
Kursinformationen und Charts
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Allerdings bieten genau diese Bewegungen auch großes Renditepotenzial. Jenen, die wissen, wie man von der Volatilität - den Schwankungen eines bestimmten Anlageprodukts - profitieren kann. Allerdings ist eine Investition in schwankende Kurse schwierig.
In Volatilitätsindizes, wie beispielsweise den VDAX, der die von Anlegern künftig erwarteten Schwankungen des DAX zeigt, kann lediglich über Terminkontrakte investiert werden. Eine komplexe und kostenintensive Anlage. Denn bei Terminkontrakten ist aktives Handeln erforderlich, da sich der Anleger gegen Preisänderungen seines Basiswerts absichern muss.
Die Fondsbranche versucht daher, mit Volatilitätsfonds zu punkten. "Volatilität ist ein Produkt, das gegensätzlich zu einem Index läuft. Die Idee ist jetzt, das Produkt einem Portfolio hinzuzufügen, um einen Kurseinbruch aufzufangen", so Uwe Wystup, Professor an der Frankfurt School of Finance, der in Zusammenarbeit mit dem Vermögensverwalter Lupus Alpha eine Studie angefertigt hat. Darin untersucht Wystup eine Investmentstrategie, die auch Lupus Alpha in seinen Fonds nutzt: Sie integriert Volatilität über Varianzswaps ins Fondsportfolio.
Varianzswaps sind außerbörslich, zwischen dem Fondsabieter und einer Investmentbank, gehandelte Derivate. Mit ihnen handelt der Anbieter die künftig erwarteten Schwankungen, die durch Volatilitätsindizes gemessen werden, gegen die künftige realisierte Volatilität, die im Nachhinein auf Basis historischer Kursdaten ermittelten Schwankungen. Die Swaps werden dabei zu der in der Regel höheren erwarteten Volatilität verkauft und am Ende ihrer Laufzeit mit der üblicherweise niedrigeren historischen Volatilität abgerechnet.
Was für Privatanleger schwer nachvollziehbar ist, dient in der Studie als Gradmesser für den Erfolg solcher Strategien. Und der hängt laut Analyse davon ab, ob die Fonds die Swaps lediglich verkaufen oder Swaps mit unterschiedlichen Laufzeiten kaufen und verkaufen. Das Ergebnis: Bei einer Strategie mit abwechselndem Verkauf und Kauf liege die Rendite mit Volatilitätsbeimischung in einem ruhigen Marktumfeld zwar unter der Rendite des eigentlichen Aktien- und Anleiheportfolios, so Wystup. Dafür sorge die Strategie selbst in wilden Marktphasen aber für positive Rendite.

Teil 2: Profis scheinen überzeugt

  • Aus der FTD vom 01.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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