Kursinformationen und Charts
Entscheidend für die festen Ölpreise sind die politische Instabilität in den arabischen Ländern und der Atomkonflikt mit dem Iran. Obwohl der Westen Offenheit für neue Atomgespräche mit dem Iran signalisiert hat, haben sich die Spannungen weiter verschärft. So teilte das iranische Ölministerium am vergangenen Sonntag mit, die europäischen Uno-Vetomächte Frankreich und Großbritannien erhielten ab sofort kein Öl mehr aus dem Iran. Die EU hatte ein Ölembargo beschlossen, dass erst am 1. April Kraft tritt.
Der Iran ist mit rund 3,5 Millionen Fass pro Tag der fünftgrößte Ölproduzent weltweit (nach Saudi-Arabien, Russland, den USA und China) und die Nummer zwei im Ölkartell Opec, das ein Drittel des globalen Bedarfs fördert. Nur Saudi-Arabien verfügt über die nötigen Reservekapazitäten und könnte für den Ausfall des Iran einspringen. Das Königreich hat trotz der Drohungen des Iran bekräftigt, Europa mit dem nötigen Öl zu versorgen.
In den aktuellen Preisen ist damit eine ordentliche politische Risikoprämie enthalten. Barbara Lamprecht, Rohstoffanalystin der Commerzbank, beziffert den fairen Ölpreis (Brent) auf rund 100 Dollar. Zwar seien Angebotsrisiken vorhanden, so Lambrecht, am europäischen Markt gebe es aber sogar ein Überangebot. Bis zum Jahresende rechnet die Commerzbank mit einem Ölpreis (Brent) von 110 Dollar.
Mit diesen Preisen können auch die Ölmultis gut leben. Für Anleger ist das eine interessante Konstellation. Zudem ist der Zeitpunkt für einen Einstieg ist günstig. Gemessen am Amex-Oil-Index, der die Papiere von führenden US- und europäischen Ölfirmen zusammenfasst, sind die Titel auf Basis der 2012er-Gewinne mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 9,5 bewertet. Das langfristige Durchschnitts-KGV liegt bei 12,5. Ein weiterer Grund, der für Ölaktien spricht, sind die hohen Dividendenrenditen von vier, fünf Prozent.