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Merken   Drucken   22.10.2010, 14:28 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Tiefer Fall, langer Aufstieg

Wieder mal die Aktienrally verpasst? Langfristig orientierte Anleger muss das nicht grämen. Wichtiger ist, dem  nächsten Kurssturz zu entgehen.
© Bild: 2010 FTD-Grafik/ Alexander Weber
Wieder mal die Aktienrally verpasst? Langfristig orientierte Anleger muss das nicht grämen. Wichtiger ist, dem nächsten Kurssturz zu entgehen. von Bernd Mikosch 
Das vergangene Jahr mag für manchen Anleger des PEH Strategie Flexibel enttäuschend gewesen sein. Der Fonds erwirtschaftete nur ein Plus von elf Prozent, kaum halb so viel wie der Weltaktienindex MSCI World. Trotzdem dürfen sich die Anleger nicht beschweren: Die Jahre 2008 und 2009 zusammen überstanden sie nämlich fast ohne Verlust, während der MSCI World 25 Prozent einbüßte. Möglich ist das, weil der Fonds das Krisenjahr 2008 verhältnismäßig glimpflich überstand. "Verlustvermeidung ist das wichtigste Thema für den Vermögensaufbau und -erhalt", sagt Martin Stürner, Vorstand des Vermögensverwalters PEH. "Wer dramatische Verlustphasen am Aktienmarkt gut übersteht, beginnt den nächsten Aufschwung auf einem höheren Niveau - das ist entscheidend."
Finanzprofis prahlen gern mit ausgefeilten Formeln, wenn es darum geht, ihre Expertise unter Beweis zu stellen. In diesem Fall ist die Mathematik aber sehr simpel: Wer 50 Prozent verliert, muss 100 Prozent gewinnen, um wieder das Ausgangsniveau zu erreichen. In den vergangenen zehn Jahren mussten Anleger am Aktienmarkt zwei Abstürze dieser Dimension erleben. Das abschreckende Beispiel schlechthin ist Japan: Der Nikkei 225 hat seit Ende der 80er-Jahre drei Viertel seines Wertes eingebüßt. Um das alte Hoch wieder zu erreichen, wäre ein Plus von 300 Prozent nötig.
"Die faktische Macht der Prozentrechnung und die Emotionen der Anleger sorgen dafür, dass viele Investoren langfristig fatale Ergebnisse erwirtschaften", sagt Caspar von Zitzewitz, Partner des Wiesbadener Vermögensverwalters Trendconcept. Mit einem ausgeklügelten Trendfolgesystem schaffte es das Unternehmen seit seiner Gründung vor 21 Jahren, Verlustphasen halbwegs glimpflich zu überstehen. "Mit unserem Handelssystem werden Anleger kurz- und mittelfristig immer wieder mal weniger Performance als ein Aktienindex einfahren, langfristig aber vorne liegen", ist Zitzewitz überzeugt. Und genau auf diesen Zeitraum komme es an: "Kapitalanlage ist ein Marathon, kein Sprint."
Zu den Verlustvermeidern, die in den vergangenen Jahren die größten Erfolge feierten, zählt Leo Willert, Portfoliomanager des C-Quadrat Arts Total Return Global Ami. Auch dieser Dachfonds, der flexibel in Aktien-, Renten- und Geldmarktfonds investieren kann, wird von einem Trendfolgesystem gesteuert. Schon im Juni 2009 hatte der Fonds die Verluste der Finanzkrise wieder aufgeholt, seither eilt er von Rekordhoch zu Rekordhoch.

Teil 2: Bittere Prozentrechnung

  • FTD.de, 22.10.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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